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Wie das Feuer, brannte ihre Liebe.

Summary:

Ich will mit Dir für immer leben,
wenigstens in dieser einen Nacht.
Lass uns jetzt beide keine Fragen stellen,
weil keine Antwort für uns passt.

Notes:

Danke nochmal Tricoo für den süßen request, und das mich das auch endlich den nötigen Push gegeben hat um endlich mal über meine zwei lieben zu schreiben🥰

Work Text:

Mit dir hab' ich dieses Gefühl
Dass wir heut Nacht unsterblich sind
Egal, was uns jetzt noch geschieht
Ich weiß, dass wir unsterblich sind

Die Nacht hielt ihren Atem an, die Finsternis schien schwerer zu werden, und doch schien es, als würde das Licht des Mondes um sie herum leuchten, sanft, schützend zugleich. Kein Tag brauchte jemals anbrechen, keine Zukunft schien nötig, denn in jener Nacht lebten sie.

Sie hatten keinen festen Ort; mal war es eine versteckte Lichtung, mal unter Bäumen oder unten bei den Flüssen, den nur sie kannten. Sie trafen sich, die beiden Liebenden, in jeder Nacht, weit weg von der Welt und ihren Regeln und direkt hinein in eine, wo nur sie regierten.

Er stand schon da und wartete auf sie, an einer Lichtung. Als sie schließlich durch die dichten Äste hindurch trat, hob er den Kopf, und der Ausdruck in seinen Augen war, als hätte er sie nach einer langen, beschwerlichen Reise endlich wiedergefunden.

Sie liefen aufeinander zu, wie zwei Magneten, die zueinander gezogen wurden, als sie schließlich in ihren Armen fielen. Endlich war sie hier, jeder Moment ohne sie hatte sich angefühlt wie ein schwerer Verlust, wie sehr er es auch hasste, weg von ihr zu sein.

Er hatte vor kurzer Zeit selbst nie gewusst, was dieses genaue Gefühl war, das sie, Iris, in ihm ausgelöst hatte.

Und doch, an manchen stillen Minuten, wo der kühle Wind durch die Blätter streifte, brannten ihre Herzen mit einer Art Wärme, die alles um sie herum durchdrang. So begann er auch zu realisieren, dass es Liebe war. 

Reine, ruhige Liebe, die er nie für möglich gehalten hat.
Der Wald war ihr Schutz, der Mond ihr Zeuge und die Sterne ihre stillen Verbündeten. Hier konnten sie sich wohlfühlen, hier war ihr Zuhause. Weg von der grausamen Welt.

Sie legte ihren Kopf an seine Schulter, spürte das Pochen seines Herzens, das besänftigt schlug, als würde es einen Takt für die Ewigkeit schlagen. Es war ein Herzschlag, den sie kannte, als wäre es ihr eigener. Ihre Hände verflochten sich ineinander, und sie brauchten kein Wort in dem Moment zu sagen.

Der Moment dehnte sich aus, als die Zwei nun zusammen saßen am Ufer des Flusses, die Haut kühl vom Wasser, das noch an ihren Kleidern haftete. Sie hatten vorhin im Fluss gespielt, ihre Sorgen wie Kieselsteine in die Strömung geworfen, die das Wasser still forttrug und jetzt, saßen sie nun dicht beieinander, nass, halb erschöpft, aber dennoch erfüllt von dem Frieden. Während das sanfte Licht des Mondes sich mit Iris’ Atem verwob, mit ihrem Lachen, mit den leisen Worten, die sie zueinander flüsterten.

Die Minuten vergingen, oder vielleicht waren es Stunden – keiner von ihnen wusste es und keiner wollte es wissen. Zeit war nichts, was sie in dieser Nacht berühren konnte.

Er sah sie an, seine Hand auf ihrer Wange gerichtet, wie ein leiser Schutz, der sie umfing. Der Wald wurde still, die Luft schwer, und selbst das leise Rascheln der Blätter schien sich zurückzuziehen, als wollte die Natur ihnen diesen Moment ganz allein überlassen.

Langsam beugte er sich vor, bis seine Lippen die ihren trafen, und die Welt um sie herum verlor endgültig ihre Bedeutung. In diesem einzelnen Kuss lag all das, was sie in Worte nicht fassen konnten. Das Vertrauen, wie ein stiller Strom, der alles mit sich nahm, Ängste, Zweifel, Unsicherheiten. Das Verlangen war sanft und doch intensiv, eine Leidenschaft, die die Grenzen ihrer Welt sprengte, ein Hunger nach einer Ewigkeit, die sie an diesem Abend zu besitzen schienen.

Es war, als würde die Zeit unter ihren Füßen zerrinnen, eine Illusion, die längst keine Rolle mehr spielte.

Kein Tag brauchte jemals anbrechen; die Zeit selbst schien überflüssig. Keine Zukunft, keine Gedanken an morgen, nichts außerhalb dieses Augenblicks zählte, nur das Jetzt. Ihr gemeinsames Jetzt.

Ihre Finger blieben ineinander verschlungen, bevor sie sich von dem Kuss trennten, ihre Blicke wie in einem stillen Tanz versunken, denn nur sie beide kannten.

In dieser Nacht, an diesem Ort, hatten sie alles, was sie brauchten, und für einen Moment waren sie einfach nur zwei Seelen, die im sanften Licht des Mondes lebten, lebten und liebten, ohne Anfang, ohne Ende.

Er sah sie erneut an, um sich selbst zu gewissern, dass dies nicht nur ein einfacher Traum war. Die ganze Welt schien bedeutungslos, blass und fern, verglichen mit dem Gefühl, das ihn durchströmte, während sie dort saßen, nahe genug, dass ihre Herzen im selben Takt schlugen.

Er konnte sich nichts anderes wünschen. 

Ihre Wärme neben ihm, das sanfte Heben und Senken ihres Atems, ihre Finger, die sich um seine schlossen – all das schien zu genügen für ihn. Er fragte sich bloß, ob die Ewigkeit vielleicht genau so war, ein stiller Moment des Glücks, so vollkommen und einfach, dass nichts anderes mehr notwendig war.

Er zog sie ein wenig enger an sich, schloss die Augen und ließ sich von dem Gefühl lenken, das so still und doch so gewaltig war. Das Einzige, was er wollte, war sie in seinen Armen zu spüren, ganz nah, ganz ruhig, für immer, bis die Welt um sie herum in einem sanften, endlosen Dunkel verschwand. Kein Reden, kein Morgen, keine Welt, die sie von diesem Platz im Wald fortziehen könnte.

Wenigstens wenn auch nur für diese einzige Nacht.

Und doch verbrannte es auch so schnell, wie sie entstand. 

Das Feuer, das einst wie ihre Liebe gewesen war, verblasste nun zu kalter Asche, die sein Herz schmerzen ließ und ihn an all das erinnerte, was er verloren hatte. Ein letzter Blick, ein Lächeln, das ihm stumm all die Liebe und all das Leid ihrer Seelen offenbarte, und dann war sie fort, fort, als wäre sie nur ein Flüstern im Wind gewesen. Weg in den Flammen, vom Hass, dieses Volk.

Und er blieb zurück, allein, die Hand noch immer ausgestreckt, in der Erinnerung an eine Berührung, die er nie wieder spüren würde.

Er sank auf die Knie, spürte den kalten Boden unter sich und ließ den Schmerz über sich hinwegrollen, wie eine Flut, gegen die er sich nicht mehr wehren konnte. Das Feuer, das sie in ihm entfacht hatte, ließ ihn brennen, doch nun waren es nur die Überreste, ein Hohlraum voller Asche, die leise in die Nacht stob. 

Die Hände, die ihn festgehalten hatten, die Arme, die ihn zurückgezogen hatten, die Stimmen, die ihn zur Vernunft bringen wollten. Warum mussten sie ihn nur so verachten? War er zu schwach im Angesicht der Liebe, die er fand? Und ausgerechnet, hatte er, diejenigen, Familie genannt. 

Es war absurd, zu bedenken, dass sie jemals überhaupt in dieser Welt Frieden erlangen konnten. Nicht wenn es solche gab, die sie so verdammten.

Er sah auf, das Gesicht vom Abendlicht berührt, und flüsterte leise, als würde sie ihn vielleicht irgendwo noch hören können, “Ich werde dich für immer lieben." Eine einzige Träne floss seine Wange runter, “Iris..”