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Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 1 of After Ampel
Stats:
Published:
2024-11-10
Completed:
2024-11-12
Words:
3,699
Chapters:
3/3
Comments:
34
Kudos:
50
Bookmarks:
1
Hits:
768

Zeit, dass einer geht

Summary:

Die Ereignisse des vergangenen Mittwochs geschildert aus der Sicht von Robert Habeck but make it omegaverse

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Chapter 1: Fußgängerampel

Notes:

(See the end of the chapter for notes.)

Chapter Text

„Dann, lieber Christian, möchte ich nicht mehr, dass du meinem Kabinett angehörst und werde morgen früh dem Bundespräsidenten mitteilen, dass du entlassen wirst“
Es fühlte sich an, als würde die Welt stehen bleiben. Kurz kam es Robert so vor, als würde er keine Luft mehr bekommen.
Dann entgegnete Christian: „Dann gibt es immerhin Klarheit.“
Schweigen. Panisch sah Robert sich um. Was passierte hier gerade? Warum waren die Verhandlungen über den Haushalt so ausgeartet?
Sie waren ein Rudel verdammt nochmal. Sie hatten sich doch Zusammenhalt geschworen, als sie sich endlich ihre Paarungsbisse gegeben hatten.
Er spürte, wie sein innerer Omega vor Stress aufheulte.
Dabei wollte er gar nicht wissen, wie es momentan im Sitzungssaal roch, seine Stresspheromone mussten das ganze Gebäude vollstinken.
Er sah wie Olaf schluckte, sein Alpha war wahrscheinlich zwischen dem Bedürfnis gespalten, einerseits seinem Omega zu helfen und andererseits die Auseinandersetzung mit Christian zu beenden. „So. Doof.“ Mit diesen Worten wandte Olaf sich ab und verließ den Saal.

Robert spürte sein Herz brechen. Er wollte direkt aufstehen und Olaf hinterherlaufen, ihn anflehen seine Worte zurückzunehmen.
Es konnte doch nicht sein, dass ihr Rudel so endete. Sie hatten doch bereits geplant, dass er seine Brunftblocker absetzte, damit sie eine Familie gründen könnten.
Er wusste nicht, was ihm mehr wehtat, der Bruch ihrer Koalition oder der ihres Rudels.
Eigentlich wollte er gerade nur in sein Nest, sich einkuscheln und vergessen, dass das alles gerade passiert war.
Doch das konnte er nicht, er musste die Fassung bewahren.
Das Land brauchte ihn, wer setzte sich sonst für Omegarechte oder Waffenlieferungen an Israel ein?
Und wer sollte dann für Verschärfungen des Asylrechts sorgen, etwa die CDU?
Er blickte auf seinen Schoß, damit ihm niemand ansehen konnte, wie nah er den Tränen war, auch wenn sie es wahrscheinlich an seinen Pheromonen riechen konnten.
Dort lag das Armband, das er für Olaf in der Sitzungspause gebastelt hatte.
Sie hatten zusammen zur Wiederwahl kandidieren wollen. Seine Kampagne zur Stärkung der Omegarechte stand bereits: „Wir schlicken zusammen, wir halten zusammen.“
Jetzt wusste er nicht mehr, wohin mit dem Armband, wohin mit sich. Was sollten sie denn jetzt tun? Wie würden sie die Antisemitismusresolution verabschieden?
Würden sie sich dabei auf Stimmen der AfD verlassen müssen? Robert keuchte entsetzt. So ein Vorgehen war ihm so fremd wie Olaf Brechmittelfolter.

Auf einmal stand Christian vor ihm und riss ihn aus seinen Gedanken.
„Kommst du?“
Robert nickte und stand auf. Er wusste nicht, wie es weitergehen sollte, aber eines war er sich sicher.
Seine Partner würde er nicht so einfach gehen lassen. Christian griff Roberts Hand und zog ihn mit sich aus dem Saal hinaus.
Direkt spürte Robert wie sein Omega etwas ruhiger wurde. Die Präsenz des Betas war wie Balsam für seine aufgewühlte Seele.
Keiner von ihnen sprach, als sie Hand in Hand durch die langen Flure des Reichstagsgebäudes schritten.
Beide von ihnen hatten Angst vor dem, was passieren würde, sobald einer das Schweigen brach.
Robert war sich nicht sicher, dass er eine weitere Auseinandersetzung mit Christian heute aushalten könnte.
Schließlich stoppte Christian und hielt Robert die Tür auf.
Gemeinsam schritten sie nach draußen in die eisige Novemberkälte. Robert musste schmunzeln. Selbst jetzt noch bestand Christian auf dieses Gentlemanverhalten gegenüber seinem Omega. Wüsste er es nicht besser, hätte er Christian für einen Alpha gehalten. Er wusste, dass seine Designation ein wunder Punkt für Christian war.
Manchmal schien es so, als würde er für den Fakt, dass er kein Alpha war, überkompensieren müssen. Dabei war sein Christian doch perfekt so wie er war.
Wortlos zog dieser eine Zigarettenpackung aus den Tiefen seines Anzuges und hielt sie Robert hin.
Eigentlich war Robert überzeugter Nichtraucher, aber den heutigen Stress konnte er anders nicht verkraften.
Natürlich würde es ihn am meisten beruhigen, wenn sie als Rudel in seinem Nest kuscheln würden, doch er bezweifelte, dass dies in naher Zukunft passieren würde.
Trotzdem war er noch nicht bereit, seine Partner aufzugeben.

„Was passiert als nächstes, Chrissi?“, fragte er. Doch der zuckte bloß die Schultern. „Das kommt auf dich an, Robert.“
Entgeistert blickte Robert ihn an. „Was meinst du damit?“
Christian schaute ihn verblüfft an, so als könnte er nicht verstehen, warum Robert seinen Gedanken nicht folgen konnte.
Dann erwiderte er: „Naja, entweder du bleibst bei Olaf und kriechst ihm weiter in den Arsch oder du beweist einmal in deinem Leben Rückgrat und trittst auch aus dieser Farce einer Regierung aus und gemeinsam arbeiten wir an einer gelb-grünen Koalition.“
Robert fühlte sich wie ein Schiffbrüchiger, der kurz vor der lang ersehnten Rettung von einer Welle mitgerissen wurde und in den Tiefen des Ozeans versank.
„Aber was wird dann aus uns? Ich dachte, wir wären ein Rudel. Für immer…“
Christian lachte verächtlich. „Hast du diesen Mist wirklich geglaubt? Wach‘ endlich auf, Robert, Olli hat uns nur benutzt. Ihm ging es nie darum, ein Alpha für uns zu sein oder eine Familie zu gründen. Für ihn steht das Kanzleramt über allem anderen. Auch über uns.“
Robert wurde schwindelig. Das konnte er nicht glauben. Er kannte Olaf, besser als jeden anderen. So einen Verrat würde er ihm niemals zutrauen.
Er spürte Ärger in sich aufkochen. Christian stellte sich hier hin und machte Olaf solche Vorwürfe, so tuend, als wäre er das Opfer in diesem Konflikt, als hätte er Olafs Wut ohne Grund zu spüren bekommen. Dabei war er derjenige gewesen, der der Bildzeitung in der Sitzungspause Informationen zugespielt hatte und der ständig Gesetze blockiert hatte, weil sie ihm nicht in den Kram gepasst hatten.
Robert musste sich beruhigen, ansonsten würde er zu wütend, um mit Christian zu reden.
Daher begann er, innerlich die Passagen seines Lieblingsbuches aufzusagen: „Ein Gespenst geht um in Europa…“
Er atmete noch einmal tief durch, bevor er anfing. „Du weißt, ich würde mit dir bis ans Ende der Welt gehen, aber nicht auf diesem Weg.“
Christian sah ihn an, sie blickten sich in die Augen. Robert versuchte, ihm mit seinem Blick zu vermitteln, was er für ihn bedeutete, wie sehr ihr Rudel ihm am Herzen lag.
Doch als Christian antwortete, wusste er, dass es ihm nicht gelungen war.
„Ja. Muss ich vielleicht allein gehen.“
Und dann wandte sich Christian von ihm und machte Anstalten zu gehen. Ihn zu verlassen. Für immer mit ihrem Rudel zu brechen.
Das, was von Roberts Herz nach diesem Tag noch übrig war, brach in tausend Stücke.
Er konnte nicht anders, als Christian nachzurufen: „Christian Lindner, der Mittelpunkt der Welt.“
Christian drehte sich kurz um, dann entgegnete er nur abfällig: „Deiner Welt vielleicht.“
Mit diesen letzten Worten kehrte Christian ihm endgültig den Rücken zu und ging.

Notes:

Sorry not sorry

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