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Weidmannsheil

Summary:

Alles ist vorbereitet und abgesprochen: der Landrover ist beladen, das Gewehr gewartet und das Wetter könnte besser nicht sein. Fabian und Philipp sind auf dem Weg in einen nahegelegenden Wald, in dem sie schon das eine oder andere gemeinsame Erlebnis hatten.

Und heute?

Naja, heute würde Philipp Amthor Fabian Köster jagen.

Notes:

Huhu! Ein paar Worte vorab, mit einem Disclaimer:

1. Ich hätte nicht gedacht, mit DEM Usernamen zuerst eine Kösthor Fic zu posten, aber hier sind wir.

2. Wenn ich das von der Recherche, die ich betreiben konnte, richtig beurteile, würden weidmännische Jäger:innen diese… besondere Art der Jagd alles andere als gutheißen. Bitte nehmt diese Fic nicht als Beispiel für eine gesunde Auseinandersetzung mit einem Predator/Prey Kink, vor allem in Verbindung mit weidmännischem Verhalten!

3. Ich habe mich nicht mit der Ballistik von Gummigeschossen befasst. Sollten etwaige Schäden falsch dargestellt sein, tut mir das leid, Herr Amthor.

4. So. Viel. Jagdfachsimpelei. Ihr wurdet gewarnt.

Und natürlich, falls eurer Meinung nach Tags fehlen, ihr Fehler findet, o.ä. bitte gerne in die Kommentare damit!

Vielen Dank an Bingo für die Beta, und sorry ❤

Work Text:

Die Nachmittagssonne brüllte durch die Frontscheibe, nur minimal bedeckt von Bäumen, die gerade so hoch genug ragten. Die Sonnenstrahlen gingen Fabian so langsam auf die Nerven, doch noch bevor er unzufrieden seine Augen zusammenkneifen konnte, reichte Philipp ihm von der Seite schon seine Sonnenbrille. Lässig setzte Fabian sie auf und verzog sein Gesicht übertrieben verführerisch.

 

Der sich allmählich schmälernde Weg führte sie tiefer und tiefer in den Wald hinein. Fabian konnte spüren, dass schon die ganze Zeit irgendetwas an Philipp nagte, doch bevor er das Wort ergreifen konnte, fing sein Partner bereits an zu sprechen.

„Und das Shirt reicht dir?“, fragte Philipp besorgt.

- „Jep, war mir noch nie so sicher!“, grinste Fabian.

„Es ist nur… diese Gummigeschosse können wirklich schmerzen-“

- „Ach, so viel schlimmer als Paintball kann es nicht sein!“

Für Philipp war es immer noch befremdlich, wie salopp Fabian mit dem Thema umgehen konnte. Sie hatten schon früh in ihrer Beziehung gemerkt, dass er einen Hang zu Schmerz hatte — es ihn irgendwie anmachte. Und so komisch es Philipp auch vorkam, so musste er doch gestehen, dass er die Prämisse dieser Zusammenkunft gleichzeitig nicht nicht als interessant ansehen konnte.

 

„Wir sind da. Du kannst den Wagen hier abstellen“, sagte Philipp, als er den vertrauten Eingang zum Wald erblickte. In einem fast unheimlichen Tempo schaffte Fabian es, das Auto perfekt am Waldrand zu parken.

Sie stiegen aus und setzten sich gemeinsam in den Kofferraum des Landrovers. Philipp atmete tief durch, wandte sich zu Fabian und stellte sicher, dass dieser aufmerksam zuhörte.

„Also, die Spielregeln für heute. Nachdem du das Codewort gesagt hast, beginnen deine zehn Minuten, in denen du dich mit deinem Revier vertraut machen darfst. Mein Jagdhorn ertönt, wenn ich für die Pirsch aufbreche. So weit, so gut?“

Fabian nickte übertrieben bedächtig, fast so als würde Philipp ihm den Haushaltsplan der Bundesregierung für das kommende Jahr vorstellen. Philipp führte seine Erklärung fort: „Falls irgendwas passieren sollte, benutzt du entweder die Trillerpfeife an deinem Handgelenk oder die um deinen Hals. Damit ist die Jagd unterbrochen und ich eile dir sofort zur Hilfe. Verstanden?“

Fabian musste sein Kichern unterdrücken, da er Philipp selten privat so ernst wie jetzt sah. Er streckte seine Hand aus und nahm Philipps in seine, streichelte zaghaft über seine Knöchel.

„Ich weiß gar nicht so recht, was ich jetzt sagen soll. 'Sir, ja, Sir!'?“

Nun musste auch Philipp lächeln. „Ein 'ja' hätte gereicht.“

- „Dann mal… Weidmannsheil!

Fabian riss seine Hand von Philipps weg und sprang aus dem Kofferraum, direkt in den Wald hinein. Philipp zückte sein Handy und stellte einen Wecker für zehn Minuten, und atmete erstmal durch.

Eins nach dem anderen.

Er drehte sich um und griff nach seinem Gewehrkoffer, sowie dem Rest seines Jagdequipments. Während er sich bereit machte, versuchte er sich in seine Beute hineinzuversetzen: wie er, wie zuvor abgesprochen, zuerst den Hochsitz aufsuchen würde, um seine Schutzbekleidung anzulegen, denn so sehr Fabian auch protestiert hatte („No risk, no fun!“), wollte Philipp ihn doch nicht ernsthaft verletzen. Wie er dann wahrscheinlich denselben Weg, den sie normalerweise auch spazierten, nehmen würde — zum See. Oder würde er sich doch erdreisten, sich in einer Lichtung bloßzustellen, nur um dann wie ein Wiesel zum nächsten Versteck zu hechten…

Aber Fabian war kein Wiesel. Jedenfalls nicht in Philipps Augen. Er war…

 

Grasend, gelassen, zufrieden mit sich selbst. Er würde sich wohlfühlen, dort wo er war, und in aller Ruhe den Wald erkunden. Sich einfach treiben lassen, sorgenfrei, bis—

Philipps Wecker schellte, während er noch einerseits konzentriert, andererseits gedankenverloren am Rande des Waldes auf und ab lief. Als er den Alarm deaktiviert hatte, schaute er in den Himmel, holte tief Luft und griff nach seinem Jagdhorn.

 

Heute würde er Fabian Köster jagen.

Weidmannsheil.

 

Ebendieser hatte sich tatsächlich ein wenig im Wald verirrt. So oft Philipp und er hier auch spazieren gewesen waren, so oft hatte er es auch versäumt, sich die Umgebung in irgendeiner Weise einzuprägen. Etwaige Wegweiser waren verfault und begannen in sich zusammenzufallen, wenn sie überhaupt noch lesbar waren.

Langsam machte sich Panik in Fabian breit. Wie schnell würde Philipp seine Fährte aufnehmen? Würde er realisieren, dass Fabian es zum Hochsitz geschafft und dann schnurstracks den Weg wieder zurückgelaufen war? Warum verschwendete er so viel Zeit, sich den Kopf zu zerbrechen?!

Er drehte sich ein paar Mal um sich selbst und rannte los. Der Wald war relativ frei von Sträuchern und anderem Gestrüpp, was das Durchqueren vehement erleichterte. Lediglich ein paar Kletten hafteten sich an Fabians Shorts — nicht, dass es ihn groß gekümmert hätte.

Plötzlich kam ihm ein nächster Gedanke: Verdammt! Was wäre, wenn er mit dem Gerenne nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde? Er war doch viel zu laut!

Fabian suchte Schutz hinter einem Baum, setzte sich ab und versuchte, tief Luft zu holen.

 

Währenddessen hatte Philipp Fabians Fährte mit Leichtigkeit aufnehmen können und positionierte sich bereits, um den anderen ins Visier zu nehmen. Als er sein Gewehr ausgerichtet hatte und durch das Zielfernrohr spähte, überkam ihm ein wohliges Gefühl. Er war wirklich ein ausgezeichneter Jäger. Noch nie hatte er ein Reh so schnell ins Visier nehmen können, wie ihm das mit Fabian geglückt war. Im Endeffekt waren sich beide doch gar nicht so ungleich: so war ein Reh doch ähnlich schnell aus der Ruhe zu bringen, panisch fliehend, wenn man es mal in Angst versetzt hatte, aber auch agil, wendig und manchmal ein wenig pfiffig.

Nur dieses Mal nicht pfiffig genug.

 

 

Fabian hörte nur den Einschlag in dem Baum über ihm, fühlte die Splitter, die auf seinen Kopf herunterregneten. Ein Warnschuss. Fabian schnellte hoch und rannte in die entgegengesetzte Richtung, aus der das Gummigeschoss kam, so schnell er konnte. Fuck, fuck, fuck!

Genau dasselbe dachte sich auch Philipp, der durch plötzlichen Schluckauf seine Waffe verzogen hatte. Fabian würde sich jetzt sicherlich nicht so einfach wiederfinden lassen. Aber wann war Philipp jemals vor einer Herausforderung zurückgeschreckt?

Er rappelte sich wieder hoch und nahm die Verfolgung seiner Beute wieder auf.

 

Fabian rannte und rannte, nun mit dem Wissen wo sich sein Jäger befand. Hauptsache erstmal weit weg. Gedanken machen konnte er sich später immer noch.

Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, bis Fabian sich in sicherer Entfernung währte. Er war an dem See angekommen, an welchem Philipp und er schon viele schöne gemeinsame Stunden verbracht hatten. Er erinnerte sich zurück an das allererste Mal, dass Philipp ihm diesen See inmitten des Waldes gezeigt hatte…

 

Es war brüllend heiß und Fabian konnte es kaum erwarten, sich aus seinen schweißdurchtränkten Klamotten zu pellen. Philipp lehnte das Angebot gemeinsam schwimmen zu gehen ab — er war anfangs immer noch sehr zurückhaltend, wenn es um seine Nacktheit ging — und als Fabian vergebens versuchte, ihn in den See zu befördern, bemerkte er zum ersten Mal, wie stark Philipp eigentlich war. Mit Leichtigkeit zog am Ende nicht Fabian Philipp, sondern Philipp ihn. Immer weiter entfernten sie sich vom See, bis Philipp ihn schließlich zwang, sich auf der nächsten Picknickbank niederzulassen. Ihre Blicke trafen sich, Hände miteinander verwoben.

Fabian versuchte, sich von Philipps festem Griff loszumachen, versuchte aufzustehen, aber Philipp ließ nicht von ihm ab, presste ihn noch stärker auf die Bank. Das Holz bohrte sich in Fabians Rücken, aber alles, was ihn in diesem Moment interessierte, war Philipp.

Ebendieser hatte zwar mit Widerstand gerechnet, aber nicht damit, dass Fabian ihn plötzlich zu sich ziehen würde. Völlig aus der Balance gebracht stolperte er direkt auf Fabian zu und landete in dessen Armen.

Wärme.

Wärme, die Philipp so lange nicht mehr verspürt hatte, die ihn in Fabians Armen überkam. Aus Ebbe wurde Flut. Die Sonne könnte ihn nie so aufwärmen, wie dieser Moment es tat.

 

Wobei sie jetzt gerade schon einen echt guten Job machte. Eine kurze Sonnencremepause später kratzte Philipp sich unter seinem Hut und folgte Fabians Spur Richtung See.

Philipp konnte sich einen kleinen Lacher nicht verkneifen. Immer so vorhersehbar…

 

Es dauerte nicht lange, bis er Fabian durch sein Fernrohr erblickte. Da war er wieder, am See entlang stapfend, Hände in den Hosentaschen vergraben. Philipp positionierte sich mit seinem Gewehr und bereitete sich auf einen erfolgreichen Schuss vor.

Zirka 120 Meter Entfernung, die Sonne hinter ihm, kein Wind, freie Sicht. Perfekte Bedingungen. Haltepunkt auf die Kammer, rechter Lungenflügel. Voraussichtliche Schusszeichen: Krummrücken, kurzzeitige Lähmung, folgendes Fortstürmen. Zweitschuss absehbar.

Philipp atmete bewusst, so wie er es vor all den Jahren beigebracht bekommen hatte. Er drückte den Abzug und—

 

Schmerz.

Schmerz breitete sich auf Fabians Rücken aus. Philipp hatte ihn erneut ausfindig gemacht und ihn getroffen! Er krümmte und wendete sich. Desorientiert versuchte er zu rennen, doch da traf ihn schon ein zweites Geschoss.

Fabian schrie auf. Ein Nierengürtel, der Teil der Schutzausrüstung war, hatte den Aufprall gedämpft, aber mit dem heftigen Pochen des ersten Treffers kombiniert, brachte er Fabian dazu, zu erstarren. Er schaute sich um, versuchte Philipp ausfindig zu machen, aber keine Chance.

Noch ein Treffer, und dieser hatte es in sich. Es fühlte sich an, als würde jegliche Luft aus Fabians Lunge gepresst werden. Er hielt sich die lädierte Stelle, nur wenige Zentimeter von seiner linken Brustwarze entfernt, und schnappte nach Luft.

 

Philipp bereitete sich auf den nächsten, hoffentlich letzten Schuss vor. Ein guter Treffer auf einen der Läufe und es sollte keine Nachsuche mehr nötig sein. Ohne zu zögern, befreite er die Hülse aus dem Gewehr und zielte auf Fabians linke Wade. Er atmete ein, passte den richtigen Moment ab, und betätigte erneut den Abzug.

Er hörte Fabian erneut aufschreien, und beobachtete seine Schusszeichen geduldig. Krummrücken, Senken des Hauptes, Anwinkeln und Schonung des getroffenen Laufs. Philipp triumphierte: Seine Beute würde nicht mehr fliehen.

Er stand auf, schwang das Gewehr wieder auf seinen Rücken und atmete tief durch. Seine Hände in die Hüften gestemmt stand er kurz da und ließ alle seine Sinne von der Natur durchströmen - das Knacken der Äste, das Rascheln des Laubs, das Plätschern des Bachs, der in den See mündete. Das ihn umringende Grün, der Schotterweg zu seiner Rechten, die Sonne, die sich langsam in den Abend verabschiedete. Die Pollen, die in seiner Nase kitzelten, sowie der Geruch von Frische, Natur, Leben.

 

 

Fabian war indes auf allen Vieren gelandet. Er schleppte sich vorsichtig zum nächstgelegenen Baum und lehnte sich an diesen an. Nur wenige Momente später sah er Philipp mit erhobenen Händen aus dem Dickicht auf ihn zu laufen.

Durchatmen. Die Jagd war vorbei. Sofort streifte Fabian den Schutzhelm von seinem Kopf, fuhr mit seiner Hand durch seine nassen Haare und lockerte seine Schultern.

 

„Da hab ich aber ein schönes Tier erlegt!“, lachte Philipp, als er sich zu Fabian herunterbeugte.

- „Schön blöd, ja. Ich hätte echt nicht gedacht, dass das Gummi so zwiebelt.“

„Darf ich dich mal begutachten?“, fragte Philipp ruhig. Die Besorgnis stach kurz wieder hervor, aber Fabian schien bei klarem Verstand und quietschfidel.

„Nur zu!“

Philipp streckte seine Hand nach seinem Partner aus, half ihm zurück auf die Beine, und nahm eine Handvoll seines Shirts. Stück für Stück entblößte er Fabians Oberkörper — extrem darauf bedacht, keine seiner Verletzungen zu berühren.

Fabian fröstelte für einen Moment, jetzt wo der seichte Wind seinen Oberkörper kitzelte. Indes machte Philipp kurzen Prozess mit dem Nierengurt und schloss Fabian behutsam in seine Arme. Je länger er ihm über den Rücken strich, desto mehr konnte er fühlen, wie Fabian sich nach und nach entspannte.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt war, dass Philipp die Schwellung lokalisieren konnte. Heiß und pochend vernahm er sie, als sein Finger auf dem Punkt verweilte.

„Das war ein Tiefblattschuss. Sehr effektiv, um bei Schalenwild die Lunge zu perforieren. Er führt zu einem schnellen Tod“, fachsimpelte Philipp direkt in Fabians Ohr. Er begann, die Schwellung in kreisenden Bewegungen vorsichtig zu massieren. Trotz leichter Schmerzen ließ Fabian es bereitwillig über sich ergehen — er hatte Vertrauen in die Expertise seines Freundes, da dieser sich vorab mit der Wundbehandlung auseinandergesetzt hatte.

 

So wich der pochende, dumpfe Schmerz allmählich einem wohligen Gefühl. Fabian schmiegte sich noch näher an Philipp heran, was den anderen dazu bewegte, die nächste Trefferstelle zu begutachten.

Schutzausrüstung sei Dank konnte Philipp jedoch weder mit seinen Fingern noch mit seinen Augen eine Verletzung an Fabians unterem Rücken feststellen, also widmete er sich stattdessen dem Hämatom an der linken Wade. Dies zog eine komplette Wadenmassage mit sich, die Fabian nach der adrenalingetriebenen Verfolgung gut gebrauchen konnte. Auch wenn er oftmals hinter Abgeordneten herhechten musste, so war das doch ein Kinderspiel im Vergleich zu den heutigen Strapazen.

 

Philipp merkte, wie Fabian mit der Zeit Probleme bekam, das Gleichgewicht zu halten.

„Nun stell dich doch nicht so an, du musst hier gerade nicht in der Hocke deinem Freund die Waden massieren!“, neckte Philipp.

- „Und du wurdest nicht weiß Gott wie lange von einem Jäger verfolgt!“

Philipp schnellte nach oben und rückte Fabian auf die Pelle.

„Nun hör mal zu, Freundchen. Ich stelle nur sicher, dass die Blutergüsse, die du durch deine Fahrlässigkeit erlitten hast, so schmerzfrei wie möglich verheilen. Hättest du—“

- „Was ist, wenn ich den Schmerz will?“, entgegnete Fabian mit einem schelmischen Grinsen, „Was ist, wenn ich noch mehr Schmerz will?“ Nach kurzem Entsetzen machte es Klick in Philipps Kopf: er wurde gerade von Fabian eingeladen.

Und so schnappte er nach Fabians Armen und fixierte sie gegen den Baum, direkt über seinem Kopf. Er beugte sich wieder zu Fabians Ohr und flüsterte: „Na, das kannst du haben.“

Mit seiner freien Hand presste er direkt in das noch nicht behandelte Hämatom auf Fabians Brust. Er sah, wie sein Gegenüber die Zähne zusammenbiss — ein kläglicher Versuch, keinen Mucks von sich zu geben. Philipp bohrte noch tiefer, und als er den Druck dann plötzlich wegnahm, konnte er ein Wimmern aus Fabian locken. Jackpot.

„Hochblattschuss. Die Königsdisziplin des weidmännischen Jagens. Ein auf diese Weise getroffenes Reh schafft es nicht mal mehr zu fliehen und bricht sofort in sich zusammen. Es hat mich wirklich gefreut, bei meiner Beute eine ähnliche Reaktion hervorrufen zu können.“

Fabian stöhnte auf, als Philipp erneut in die Wunde drückte. Tränen formten sich in seinen Augen, sein Herz war auf Hochtouren, seine Sinne bis auf den Schmerz nahezu betäubt - und es war himmlisch. Philipp entfernte seinen Knöchel von Fabians Brust, und Fabian schnappte nach Luft.

 

Ihre Blicke trafen sich — Sehnsucht, Verzweiflung, Lust, Erschöpfung, Ekstase — der berauschendste Cocktail der Welt benebelte sie, schärfte ihre Sinne aufeinander ein, wie ein Tunnelblick der Begierde.

Fabian versuchte, sich von Philipps festem Griff loszureißen, aber es gab kein Entkommen. Philipp grinste dreckig und hielt ihn noch fester als zuvor. „Na, na, na, nun wollen wir aber mal still sein hier. Geschossene Beute entkommt mir nicht mehr, mein Liebster. Das solltest du mittlerweile auch begriffen haben.“

Stürmisch presste er seine Lippen auf Fabians. Der Geschmack von Angstschweiß, gepaart mit den vergossenen Tränen, die zuvor über Fabians Lippen gerollt waren, waren wie eine Droge für Philipp. Endlich hatte er ihn da, wo er ihn wollte. Klein, machtlos, gefügig — und das nur für ihn.

 

Und trotzdem war es ihm noch nicht ganz genug: mit seinen Zähnen umfasste er Fabians Lippen, zog seinen Kopf zunächst nach hinten und ließ dann los. Fabian kreischte kurz auf - nur für einen Moment - bis Philipp mit seinem Mund den in Mitleidenschaft gezogenen Bluterguss umfasste.

Fabians Augen wurden groß.

Philipp begann zu saugen.

Fabian stöhnte auf. Eine andere Art des Schmerzes durchströmte ihn, übermannte ihn, zwang ihn fast in die Knie. Wieder scheute sich Philipp nicht davor zuzubeißen, was Fabian dieses Mal zum Winseln brachte.

Als Philipp von seiner Brust abließ war er wie benebelt.

Philipp begutachtete sein Werk und nickte nur zufrieden. Er fuhr mit seinem Zeigefinger einzeln über die Abdrücke seiner Zähne, ließ es sich nicht nehmen an den tiefsten Stellen noch einmal fester zuzupressen.

Philipps Finger wanderte weiter, Fabians Oberkörper entlang in seinen Schritt. Er konnte Fabians Erregung mehr als deutlich spüren, tastete ihn regelrecht ab. Fabian schob seinen Körper näher an Philipp ran, woraufhin ebendieser sein Knie fest zwischen Fabians Beinen verankerte.

„Meinst du, du kannst so kommen, mein Liebster?“, fragte Philipp hämisch.

Fabian nickte fieberhaft und rieb sich an seinem Partner. Philipp lachte, doch ließ ihn gewähren — so verzweifelt schien der andere. Ein Funke Mitleid machte sich in Philipp breit, welcher aber schnell wieder erlosch, als Fabian immer lauter stöhnte.

 

Philipp schaute dabei zu, wie sich Fabian vergnügte, studierte seine Geräusche genau. Als er erkannte, dass Fabian kurz vor dem Höhepunkt stand, machte er einen Schritt zurück und ließ seine Hände los.

Fabian jaulte auf und fiel vor Philipp auf die Knie.

„B-Bitte… bitte lass mich kommen…“, flehte er, kroch langsam auf Philipp zu, welcher immer weiter zurücktrat.

„Sorry, aber ich glaub du hattest deinen Spaß. Wir sollten uns auf den Heimweg machen.“

- „A-aber—“, wollte Fabian beginnen, aber Philipp hielt ihm einfach den Mund zu und hob ihn auf seine Füße.

„Wir gehen jetzt nach Hause, essen erstmal was, und vielleicht kann ich mich dann dazu überreden lassen, dich zu vernaschen.“ Philipp streckte seine Hand aus, so als ob sie sich auf ein Geschäft einigen würden.

Fabian grinste. Es wäre ein Weltwunder, wenn Philipp ihn jemals abblitzen ließe — das wussten sie beide. Er nahm Philipps Hand und schüttelte sie.

„Deal.“