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Schöne Welt du gingst in Fransen

Summary:

Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Unsere Tiefe ist der Abgrund.
Wir sind die Generation ohne Glück,
Ohne Heimat und
Ohne Abschied.

Ein Mord geschieht, im beschaulichen Saarbrücken der 50er Jahre. Was er enthüllt, ist gefährlich.

Notes:

Ihr Lieben.

Manche von euch wussten ja, dass es dieses kleine Pièce gibt, andere überrascht es vielleicht, dass ich überhaupt noch hier aktiv bin.
Ich verspreche euch nichts, außer, dass dieser erste Teil einer Trilogie abgeschlossen ist und regelmäßig gepostet wird.

Falls ihr Fragen (zum historischen Kontext, der Sprache, den geografischen Gegebenheiten...) habt, schreibt mir gern.

CWs, soweit vorhanden, packe ich in die Notes.

Liebe Grüße
Melchetta

Chapter 1: Prolog

Notes:

(See the end of the chapter for notes.)

Chapter Text

Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.

Unsere Tiefe ist der Abgrund.

Wir sind die Generation ohne Glück, 

Ohne Heimat und 

Ohne Abschied.

 

„Hölzer, erheben Sie sich.“

Leo tat es, Weigern wäre Kür gewesen, aber eine sinnlose.

„Unteroffizier Leopold Karl Hölzer…“

Er schloss die Augen.

Es war vorbei.

Egal ob Lagerhaft oder Erschießungskommando, es war vorbei.

 

Vor seinem inneren Auge leuchteten strahlend blaue Augen auf.

Adam.

Ja.

Das war ein guter letzter Gedanke, fand Leo.

Adams warmblaue Augen, schelmisch grinsend, erhaben über all den Dreck der Front, erhaben über alles Blut und alle Schreie.

Adams Lächeln, das etwas zu spitze Eckzähne offenbarte, Kippe im anderen Mundwinkel, ein Kringel Rauch, der wie von Zauberhand sein Gesicht einrahmte.

 

Oh, Adam.

 

Leo schien zu lächeln, die despektierlichen Zungenschnalzer hinter ihm, die geflüsterten Beleidigungen, ließen darauf schließen.

 

Und wenn es sein letzter Gedanke wäre, er wäre gut, solange Adam sicher war.

 

Seine letzten Gedanken waren es nicht und nur ein paar Tage später bereute Leo.

Bitterlich.

Weinte dicke Tränen in den derben Stoff, der seine Uniform ersetzt hatte.


Sehnte sich mehr denn je.

Nach allem, das nicht dieses Leben war.

 

Notes:

Wolfgang Borchert, Generation Ohne Abschied