Chapter Text
Lernen, immer Lernen – das war das Leben von Amy. Und sie genoss es, das war nicht das Problem! Sie wusste, warum sie all das auf sich nahm, wollte eine Ärztin werden, wie ihre Mutter, die sie bewunderte, für all das was sie in ihrem Leben erreicht hatte. Und alles ohne Mann, ohne Unterstützung der Familie, die nicht verstand wieso sie nicht einfach Zuhause bleiben und ihr Kind großziehen konnte.
Ihre Mutter war oft einsam, das sah Amy, wenn die beiden spät Zuhause saßen, beide erschöpft von ihrem langen Tag. Auch wenn das Wochenende kam, dann sah es nicht viel anders aus. Beide arbeiten, beide nutzten jede Stunde voll aus und beide fielen abends müde ins Bett, nur um am nächsten Tag das gleiche zu machen.
Auch Amy war einsam. In der Schule war sie das Genie, vom Flüstern der anderen Schülerinnen und Schüler begleitet. Alleine saß sie in den Pausen da und lernte oder las. Und obwohl sie Freude daran hatte, schaute sie doch immer wieder zu den Grüppchen von Mädchen und fragte sich, wie es wohl wäre, eine Freundin zu haben. Oder – noch wildere Träume, vielleicht sogar auch eine Gruppe von Freundinnen? Würde das leere Gefühl in ihrer Brust verschwinden? Würden ihre Wochenenden anders aussehen als jetzt?
Und all diese Überlegungen fanden mit einem Mal eine Explosion in der Begegnung mit dem Mädchen namens Usagi. Wo andere ehrfürchtig vor ihrer Intelligenz klein wurden und sich nicht mit ihr befassen wollten, war bei Usagi pure Bewunderung und Freude an den Fähigkeiten von Amy. Und mit einem Mal trat das Lachen in das Leben von Amy! Hatte sie vorher nur nicht bemerkt, wie wenig sie lachte, wie traurig sie war?
Allein schon die Treffen in der Spielhalle nach der Schule, waren wie das Eintreten in eine komplett neue Welt. Aber das war natürlich nicht alles, denn es gab etwas, was all dem eine magische Wendung gab. Usagi war Sailor Moon und Amy...
Amy, die immer nur klug gewesen war und sonst nichts, Amy war Sailor Merkur! Und nun hatte sie nicht nur eine Freundin, sondern auch noch eine Mission: Den Mondstein und die Prinzessin finden. Und klar konnte man nun sagen, dass Usagi dabei nicht gerade eine riesige Hilfe war. Aber das kam Amy klein vor, wenn sie schaute, was sie alles gewonnen hatte.
Nicht mehr alleine, nicht mehr einsam! Nein, mit Usagi an der Seite konnte man wirklich nicht alleine sein. Und es war quasi unmöglich traurig zu sein. Usagi brachte eine Freude und Leichtigkeit in Amys Leben, von dem sie nicht einmal wusste, dass sie diese vorher vermisst hatte. Und wenn sie nun abends mit ihrer Mutter zusammen saß, dann erzählte sie von mit leuchtenden Augen von ihrem Tag, von Usagi und ihren gemeinsamen Erlebnissen. Und ihre Mutter schaute auf das Strahlen, das von innen heraus aus Amy schien. Und sie wusste, Amy war nicht mehr einsam. Amy hatte eine Freundin gefunden.
Und vielleicht war Amy noch immer anders als die anderen. Sie war noch immer klug, lernte viel, las viel, wollte weiter Ärztin werden. Aber jetzt hatte sie Usagi, die sie genau so als Freundin haben wollte, wie sie war. Ohne, dass sie auch nur ein kleines bisschen von sich änderte.
