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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-07-09
Words:
457
Chapters:
1/1
Comments:
3
Kudos:
35
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1
Hits:
199

Die hölzersche Selbstjustiz

Summary:

Adam steht unerwarteterweise vor Leo's Tür. Warum ruft der denn nicht vorher an?

Work Text:

Leo sieht verwirrt auf, als es an seiner Tür klingelt. Schliesslich ist es schon halb elf und er liegt gerade gemütlich im Bett, einen Roman in der Hand.

Seufzend schiebt er seine nackten Beine unter der Bettdecke hervor, tappt zur Tür und schielt durch den Türspion. 

Adam?!

Er reisst die Tür auf. 

"Hey." Adam sieht so aus wie immer, Double Denim und lässiges Grinsen. In der Hand hat er ein Tupperware. 

"Was machst du hier?"

"Stör ich?"

Nein, Adam stört nicht, er verwirrt nur. Leo lässt ihn an sich vorbei, damit er sich im Eingang die Schuhe ausziehen kann. 

"Ich hab Kuchen dabei."

Leo will schockiert sein, aber Adam hebt seinen Zeigefinger. Warte, sagt die Geste, lass mich ausreden.

"Karottenkuchen mit einer Homöopathischen Dosis Zucker."

Das allerdings klingt vielversprechend. Aber...

"Warum rufst du mich denn nicht an, bevor du kommst?"

"Warum nimmst du denn nicht ab, wenn ich dich anrufe??"

Leo reisst die Augen auf und hält inne.  Ihm ist etwas aufgefallen.

"Ach, ich Dussliger. Ich hab ja Handyverbot ab zehn. Du konntest mich gar nicht erreichen."

"Handyverbot?" Adam lugt mistrauisch von links nach rechts. "Ist deine Mutter hier?"

"Haha, sehr lustig."

"Dein Vater?"

"Adam! Nein..."

"Wer zur Hölle dann?"

"Ich."

"Du?"

Leo sieht ihn nur an. Ja, das hat er ja gerade gesagt. Dann fällt bei Adam der Groschen. Ein Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus.

"Ach, Handyverbot?! Ist das jetzt eines der Gesetze der hölzerschen Selbstjustiz? Neben kein Zucker, vier Mal Gym pro Woche, rigidem Putzplan..."

Leo rollt mit den Augen. 

"Das nennt man Selbstregulierung und Struktur. Schon mal gehört, Freundchen?"

"Pff, Euphemismen, schon mal gehört Freundchen?" 

Leo sieht ihn missmutig an. Okay, kann ja sein, dass er es manchmal etwas übertreibt mit der Kontrolle und den Regeln. Ab und zu. Ziemlich sicher sogar. Okay. Vielleicht hat Adam einen Punkt.

"Aber ich bin ja nicht hier um zu streiten." meint Adam versöhnlich. "Ich bin hier um mit dir ins Bett zu kriechen und diesen Kuchen zu teilen."

Alle Gedanken zum vorherigen Gespräch sind aus Leo's Kopf wie weggewischt.

"In's Bett?"

"Du warst doch schon im Bett, oder? Hast du Angst vor Krümel? Klebt da so ein "Essen verboten" Schild an deiner Schlafzimmertür?"

Leo öffnet den Mund und schliesst ihn wieder. Sein Kopf ist immer noch bei "ich bin hier, um mit dir ins Bett zu kriechen" steckengeblieben. 

"Okay, beruhig dich Stubentiger. Alles darf, nichts muss. Dann eben Wohnzimmer."

"Nein!" platzt Leo heraus. "Bett ist gut."

Er sieht Adam etwas verlegen und verschmitzt an. "Für etwas hab ich ja einen Handstaubsauger."

Adam lacht und zieht ihn mit seinem tupperwarefreien Arm kurz an sich. Dann spaziert er fröhlich voran in Leo's Schlafzimmer. 

Als wären Regeln nur da, um gebrochen zu werden, Grenzen um überschritten zu werden.