Chapter Text
Es war der 14. Oktober 2022.
Ich war in einer kleinen Straße in einer verfickten kleinen Stadt in der Nähe eines Waldes. Der Himmel war dunkel und stark bewölkt. Natürlich muss es beginnen zu gewittern. Der Donner kam mit grellen Blitzen und übertönte die Geräusche der Autos. Ich beobachte die Straße und beobachte die Menschen, welche auf der Straße gingen. Viele der Menschen rannten um nicht zu lange in der regnerischen Nacht zu sein. Ebenfalls waren da auch hin und wieder zwei Menschen die sich einen Regenschirm teilten und Händchen hielten mit den Personen die sie liebten.
Meine Kleidung klebte durchnässt an meinen Körper und ich fror. Ich bin mir sicher, dass ich dort zwei Stunden stand, als meine Sicht schlecht wurde. Ich konnte nicht mehr hören, bis auf meinen Herzschlag, der immer schneller wurde. Meine Beine begannen zu zittern und später brach ich zusammen. In einer Gasse. Direkt an der Hauptstraße. Was zum Teufel!
Nach gefühlten vier Stunden, was wahrscheinlich nur 17 Minuten waren, hörte ich, wie ein Auto am Straßenrand parkte und eine Tür geöffnet und wieder zugeschlagen wurde. Da war sie, Vimi, meine beste Freundin und die Person in die ich schon seit langer Zeit verliebt war. Vimi ist größer und älter als ich. Drei Jahre und 37 cm liegen zwischen uns. Genau so wie die Geschichten unseres Lebens, wo ich mit Recht sagen kann, dass meins beschissener war.
Sobald Vimi mich entdeckte, überquerte sie unseren Abstand mit wenigen, aber dafür großen Schritten. Als sie bei mir ankam hockte sie sich zu mir runter und nahm mit ihren großen Händen mein Gesicht um mir in die Augen zu schauen. Diese Berührung und die Furcht in ihrem Gesicht zu sehen war lies mein Herz noch schneller schlagen als es schon sowieso tat. „Lixi was ist los? Was machst du hier?“, fragt Vimi mit durch Panik angespannter Stimme. Ich versuchte ihr zu antworten, doch aus meinem Mund kam nur ein gequälter Ton, der meine ganze Kraft aufgebrauchte. Daraufhin verschwamm Vimis Gesicht und jeder Muskel, in meinem Körper entspannte sich. Ich spürte noch wie Vimi mich sanft schüttelte und dann schloss sich meine Augen.
Als ich aufwachte, lag ich auf etwas Weiches und hörte das Klicken einer Tastatur und einer Maus von Computer. Ebenfalls nahm ich den beruhigenden Duft von Vimi war. Sobald ich meine Augen öffne, sah ich, wie sie offensichtlich an ihrem Computer arbeitete. Dann schweifte ihr Blick von Computer ab und trafen auf mich. Ihre Augen, die davor angespannt waren, lockerten sich sofort, er wurde sogar von etwas begleitet, was ich nicht deuten konnte.
Sie hoben sich sofort von ihrem Stuhl auf und gingen mit großen Schritten zum Bett und ließen sich neben mir nieder. Sobald sie saß, hob sie ihre Hand und legte sie auf meinen Kopf ab. Ich zuckerte bei Vimis Berührung zusammen, sowie mein Herz begann wieder schneller zu schlagen, als sie meinen Kopf zu streicheln begann und mit meinen Haaren spielte. „Wie geht es dir?“, fragte Vimi mit einer sanften Stimme. „Was habe ich in deinem beschissenen Bett zu suchen?“, zischte ich sie an um keine Schwäche zu zeigen. Vimis Blick blieb trotzdem sanft, oh verdammt wie sehr ich es hasse, dass sie sich so gut kontrollieren kann. Warum muss das so verdammt heiß sein.
„Ich wollte nur ein Auge auf dich haben, damit dir nichts passiert.“, riss Vimi mich mit immer noch sanfter Stimme aus meinen Gedanken. Innerlich sprang mein Herz vor Glück auf, doch ich brachte nur ein: „Kann selber auf mich aufpassen!“, raus. Dieses Etwas, was ich nicht deuten konnte, war nun ihr komplettes Gesicht und sie sagte leise: „Anscheinend nicht. Sonst wärst du nicht hier, aber auch egal na los zisch ab!“
Ohne Wiederworte stand ich auf und knallte die Tür hinter mir zu. Ich verließ die Autowerkstatt in der wir lebten und ging hoch aufs Dach, wo ich wusste, dass Vimi mir nicht folgen würde, da sie Höhenangst hatte. Ich gebe zu, dass ich mir etwas zu sehr darüber lustig mache, aber es ist auch lustig, dass jemand in unserem „Beruf“ Angst vor der Höhe hat. Vimi ist überraschender Weise nur einmal ausgerastet und antwortete mit einem: „Wenigstens habe ich Angst!“. Wie konnte sie glauben, dass ich keine Angst habe. Ich bin auch nur ein Mensch und ich habe zum Beispiel Angst vor Feuer.
