Actions

Work Header

Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2026-02-16
Words:
1,546
Chapters:
1/1
Comments:
8
Kudos:
21
Bookmarks:
2
Hits:
139

Nach dir hat meine Seele Durst

Summary:

Er zählte die Schläge seines Herzens, jeder Puls einen Moment näher an Ankunft. Mit nichts als einem violetten Tuch hatte er sich bedeckt, sodass Adam ihn enthüllen konnte wie ein Gemälde nach der Fastenzeit. Leo wollte sein erster süßer Bissen sein nach der langen Zeit der Enthaltsamkeit.

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Betend breite ich meine Hände zu dir aus, meine Seele verlangt nach dir wie ein ausgetrocknetes Land.

Psalm 143:6



Ein letztes Mal zog er den Stoff zurecht und lehnte sich zurück, bis sich der scharfkantige Marmor schmerzhaft in seinen Rücken presste. 

 

Vor seinen Füßen war die Kirche in komplette Finsternis getaucht und das einzige Licht kam von einigen kleinen Votivkerzen, die er aus dem Augenwinkel rot flackern sah. Bald würde das Mondlicht den Altar in kühles Licht tränken. Bald würde Adam seinen willigen Körper darauflegen und ihn verzehren, als wäre er das letzte Abendmahl.

 

Um Leo war es still und doch fühlte er sich, als ob sein vor Erwartung zitternder Atem von der dicken Mauer widerhallen würde. Er bebte am ganzen Leib und dennoch wusste er, dass die Marmortreppe, auf der er lag, nicht der Grund dafür war, brannte doch eine Hitze in ihm, die jedes Höllenfeuer vor Neid erblassen ließ.

 

Er zählte die Schläge seines Herzens, jeder Puls einen Moment näher an Ankunft. Mit nichts als einem violetten Tuch hatte er sich bedeckt, sodass Adam ihn enthüllen konnte wie ein Gemälde nach der Fastenzeit. Leo wollte sein erster süßer Bissen sein nach der langen Zeit der Enthaltsamkeit.

 

Das Knarzen der Holztüre brachte ihn nicht aus der Ruhe. Leo wusste, dass er niemanden erwartete, als Adam selbst. In den hallenden Schritten klang keine Eile mit. Adam wählte sein Tempo mit Bedacht, schritt durch den langen Gang auf Leo zu und hielt dann inne, um ihn zu betrachten. Leo spürte, wie sich sein Blick wie Dornen durch seine entblößte Haut bohrte.

 

“Wie wunderschön du aussiehst…”, flüsterte Adam.

 

“Nur für dich.”

 

Adam kniete sich vor Leo nieder, wie ein Priester, der seine Opfergaben weihte. Mit dem Daumen strich er das Tuch zur Seite, das Leo so sorgfältig über seinem Unterleib drapiert hatte. Weiche Haut streichelte über seinen Hüftknochen, eine zärtliche Geste, fast bewundernd, und zugleich so gefährlich und sündig.

 

“Du weißt doch gar nicht, was du mit mir machst”, murmelte Adam. “Du weißt nicht, was du willst.”

 

Leo erschauderte unter seinen federleichten Berührungen. Wie unrecht Adam doch hatte. Er wusste haargenau, was er wollte.

 

“Trink von mir.”

 

Adam atmete scharf ein und krallte seine Finger in Leos Oberschenkel.

 

“Lab dich an meinem Blut.”

 

Adams Finger wanderten tiefer, strichen über die Wunden, die noch immer nicht ganz verheilt waren.

 

“...und an meinem Fleisch”, fügte Leo mit zitternder Stimme hinzu.

 

Mit einem ruhigen, dunklen Lachen legte Adam seine Arme um Leo, umschlang ihn regelrecht und hob ihn mit einer geschmeidigen Bewegung auf. Kälte drang durch das Tuch an Leos Haut. Bald würde diese Kälte zu heißer Glut werden, das wusste er.

 

Der Marmor des Altars war genauso kühl wie Adam. Fest und sicher trug auch er Leo mit einer unbändigen Kraft, die sein Herz flattern und seine Haut kribbeln ließ. Adam strich an Leos Beinen entlang und dieser ließ seine Knie gehorsam auseinanderfallen. Auf der zarten Haut verweilte seine Hand, bis Leo vor Kälte erschauderte.

 

“Darf ich?”, fragte Adam. “Nur einen kleinen Schluck?”

 

Leo nickte und spreizte seine Beine weiter. Die Küsse waren so zuckersüß und brannten doch so verboten heiß, dass er den Stich von Adams Zähnen kaum bemerkte. Er stöhnte, während das Blut in tiefen Schlucken aus seinem Körper entzogen wurde. Adam durfte nicht aufhören. Er wollte ihm mehr geben. Mehr Blut, mehr Wärme, mehr von sich selbst.

 

“Was meinst du damit?”, murmelte Adam gegen Leos Oberschenkel, auf dem er sein blutverschmiertes Gesicht abgelegt hatte. 

 

Leo schluckte nervös. Fast dachte er, er könnte das nasse Geräusch seines Gaumens an den Kirchenmauern wiederhallen hören, doch es war nur in seinem Kopf. Wie viel von seinen lüsternen Gedanken hatte er laut ausgesprochen? Er griff nach Adams Handgelenk, das nun wieder voller Wärme und Leben pulsierte, und zog es zwischen seine Beine.

 

“Ich geb dir alles, wenn du es dir nur nimmst.”

 

Adam schien zu verstehen. Grinsend schaute er zu Leo hinauf und drückte vorsichtig einen Finger gegen Leos Eingang.

 

“Wirklich Leo, hier?”, schmunzelte er.

 

“Nur hier. Und nur mit dir.”

 

Seit Adam zum ersten Mal seine Zähne in ihm vergraben hatte, wusste Leo, dass nichts mehr an diese Lust und Euphorie herankam, die er mit Adam empfand. Ohne zu zögern würde er sich für ein ewiges Leben in der Hölle entscheiden, wenn er dafür auch nur einen Moment mit Adam bekam. Für ihn war nämlich jede Liebkosung der Himmel auf Erden.

 

Ohne seine Finger von Leo zu nehmen, griff Adam mit seiner anderen Hand nach einem kleinen Gefäß, das am Fuße der Altars stand. Leo wusste davon, immerhin hatte er es bewusst dort platziert, eher er sich selbst auf die Treppen davor gelegt hatte, um auf Adam zu warten.

 

Der milde Geruch von Chrisam stieg ihm in die Nase und war ebenso berauschend wie das sanfte Gleiten von Adams langem Finger in seinem Inneren. Nie fühlte sich etwas richtiger an, als in diesem Moment. So falsch seine Entscheidung auch war, sich mitten auf dem Altar dieses Gotteshauses beflecken zu lassen, Leo wusste, dass er hierher gehörte. Unter Adams wachsamen Blick und schützenden Körper.

 

Als Adam wieder seine Finger aus ihm herauszog, spürte Leo keine Leere, sonder nur freudige Erwartung. Die richtenden Blicke der Heiligen an den Deckenfresken wurden durch Adams lustverhangene Augen ersetzt. Mit einem Stoß drang er in Leo ein und versenkte sich zur Gänze in ihm. Unruhig fuhren Leos Hände zwischen dem kalten Marmor und Adams warmen Schultern hin und her. Alles war so überwältigend schön und atemberaubend.

 

“Adam, du bist, du bist…”

 

“Du bist wie für mich geschaffen.”

 

Da, wo Leos Worte versagten, sprach Adam aus, wonach ihre Herzen schrien und ihre Körper lechzten. 

 

“Du bist so perfekt für mich”, fuhr Adam fort.

 

Als säße die Scham nicht bereits tief genug in seinen Knochen, drehte sich Leo mit hochrotem Kopf zur Seite und starrte mit unfokussiertem Blick durch das Wandgemälde, das am Ende des Hauptschiffes hing. Tief in ihm prickelte die Lust und baute sich mehr und mehr auf, je fester Adam in ihn stieß. Er erkannte die verzückten Töne kaum, die aus seiner eigenen Kehle kamen, während Adam ihn im Rhythmus seiner Beckenbewegungen pumpte.

 

“...wenn du meinen Namen schreist.”

 

“Hmmm?”, brummte Leo leicht desorientiert.

 

Adam griff nach seinem Kinn und drehte seinen Kopf, sodass Leo keine Wahl hatte, als sich im endlos tiefen Blau seiner Augen zu verlieren.

 

“Ich will, dass du mich ansiehst, wenn du kommst, damit ich weiß wie du aussiehst, wenn du meinen Namen schreist.”

 

Leo hatte keine andere Wahl mehr, als mit staunend offenem Mund dazuliegen und sich von Adam auseinandernehmen zu lassen. Blutgetränkte Lippen striffen die seinigen, metallisch-heißer Geschmack umspielte seine Zunge, wanderte seinen entblößten Hals entlang und zog Spuren um den winzigen Kreuzanhänger, der auf seiner Brust lag.

 

Mit einem langgezogenen “Adaaaam”, das selbst die lautesten Kirchenglocken übertönt hätte, kam Leo in heißen Schüben über Adams Hand. Sein Körper zuckte und bebte unaufhörlich, zog Adam noch tiefer in sich hinein, bis auch dieser sich in Leo ergoss und leicht schnaufend auf ihm zu liegen kam.

 

Das Gewicht von Adams Körper fehlte Leo in der Sekunde, als dieser aus ihm herausglitt und vom Altar kletterte. Doch statt Leichtigkeit brach einfach nur unsagbar schwere Scham auf ihn hinein. Die Erkenntnis über die Schuld, die mit ihrer Unzucht kam, wog schwerer, als er ertragen konnte. Hastig versuchte er, sich mit dem Tuch unter sich zu bedecken und den Blicken, die ihn von der Decke herab durchbohrten, zu entkommen, aber Adam legte schweigend seine Hand auf ihn und drückte ihn nieder. Wie Michelangelo die Sixtinische Kapelle betrachtete Adam das Meisterwerk, das er geschaffen hatte. Zärtlich, ja fast schon bewundernd, streichelte er über die trocknenden Blutflecken auf Leos Haut. Er strich über seine Lippen, die Leo ohne darüber nachzudenken öffnete, an seinem Kinn entlang, sein Brustbein hinab und zu guter letzt über die noch frischen Wunden an seinem Bein.

 

Adam presste seine Finger wieder hinein, genau da, wo er seinen Samen in ihm ergossen hatte. Reichte es ihm nicht, dass er Leo befleckt hatte? Musste er ihn weiter beschämen, indem er das Zeichen seiner Lust in Leo zurück hineinschob und ihn daran hinderte, sich von seinen Sünden reinzuwaschen?

 

"Wenn du nach Vergebung suchst, weißt du, wo du mich findest", sagte Adam mit ruhiger Stimme, als ob ihn die Vereinigung ihrer Körper komplett kalt gelassen hätte. Er entzog seine nassen Finger, wischte sie an Leos Bein ab und zog sich seine Hose wieder hoch. Ohne einen weiteren Kommentar drehte er sich um und ging mit langen Schritten auf den Beichtstuhl zu.

 

Leo spürte den kalten Marmor auf seinen Füßen, als er sich aufsetzte. Sein Körper ächzte vor Schmerzen und Anstrengung. Der Entschluss war gefasst - er wollte Adam folgen, doch seine Kleidung hatte er zuvor  in der Sakristei liegen lassen. Ihm blieb keine Wahl, als das Tuch, auf dem er soeben noch mit Adam gesündigt hatte, um seinen Körper zu wickeln.

 

Schweigend schloss er die kleine Holztür hinter sich und legte seinen Rosenkranz auf den Boden. Als er sich darauf kniete, bohrten sich die winzigen Perlen schmerzhaft in seine Haut. Von der Nässe, die langsam und warm seinen Schenkel hinab rann, lenkten sie ihn jedoch nicht ab.

 

"Ich... ich habe gesündigt", flüsterte Leo beschämt.

 

"Bereust du es?"

 

"Ja."

 

Leo schwieg kurz. Seine Gesichtszüge waren durch die Trennwand nicht zu deuten.

 

"Würdest du es wieder tun?"

 

"Ja."

Notes:

Kleine Fortsetzung zu einem bereits existierenden Meisterwerk ;) und großes Danke an Sam2Hell für das Hinzufügen des Senfs.