Actions

Work Header

Weinachten als die Brüder des Weinachtsmanns

Summary:

mein Wichtel Geschenk für meine 2 Wichtel von secret santa

3 einblicke in wie es so ist wenn dein Bruder der Weihnachtsmann ist aber du deine Familie hasst aber auch irgendwie lieb hasst und generell sehr melancholisch und so

Notes:

Hi CTRS und Kai :]

Ich war euer Wichtel für dieses Jahr

Ich weiß ich wollte eigentlich ein 5+1 schreiben, aber writersblock hat dann doch sehr hart zu geschlagen also hoffe ich dass das hier ok ist
wenn ich die zeit in den nächsten Tagen finde werde ich die Fehlenden paar Teil vielleicht noch hinzufügen aber ich kann nichts versprechen ;_;

Work Text:

Es war mal wieder so weit, die Leute schmückten die Straßen, Kinder haben Schneeballschlachten und Familien kamen zusammen. Fips sah dem Gewusel aus seinem Fenster zu, frohes Gelächter von Vätern, Großeltern, die ihre Enkel durch die Straßen lotsten. Tief in seinem Inneren war Fips eifersüchtig, Weinachten war noch nie seine liebste Zeit gewesen, zu kalt, zu nass, zu laut. Aber er vermisste seine Brüder, so ungern er es auch zugab.

All die Menschen, die vor seinen Augen hin und her eilten, schlenderten oder auch nur warteten bis jemand den sie kannten, auftauchte und sie Hand in Hand weiter gingen, Freude in ihren Gesichtern, Vertrauen in wie sie sich grüßten. Nähe, die ihm so schmerzhaft fehlte. Familiarität, die er schon lange nicht mehr hatte.

Ein tiefer Seufzer entkam ihm, es war es nicht wert weiter in seiner Trauer zu weilen. Er hatte einen Job zu tun, für den er auch noch Arbeit erledigen musste. Glas klickte sanft gegen Metall als er seine Feder in die Tinte tunkte, er nutzte sie nicht oft, ein Papier voll mit Testschreiben auf seinem Tisch verteilt. Dennoch kramte er sie jedes Jahr heraus, um seinen Bruder einen Brief zuschreiben.

Die Spitze kratzte, er brachte seine beste Schreibschrift zur Geltung als die Tinte ins Papier sank. Anfangs setzte er die Anrede "Lieber Weihnachtsmann" nur um Klaus zu nerven, aber mittlerweile diente es nur dazu sich weniger zu fühlen, als würde er mit seinem Bruder reden. Er wusste, dass Klaus jedes Wort lesen würde, jedoch sprachen sie nie darüber, als wäre es nie passiert.

Diese ungesprochene Regel gab ihm die Sicherheit, seine Sorgen aufzuschreiben. Seine Briefe waren schon lange mehr als nur eine Wunschliste. Zwischen Anekdoten und Erinnerungen des letzten Jahres schien etwas Tieferes, etwas Verletzliches, die er seinen Brüdern nur noch selten zeigte.

Denn letzten Punkt gesetzt saß er auf. Der Umschlag, mit einem Wachssiegel verschlossen und er in einem dicken Wintermantel verpackt, machte er sich auf den Weg nach draußen. Er könnte den Brief auf einfacheren Wege zum Nordpol schicken, aber der Gedanke, dass sein Bruder durch die Briefe der Kinderbriefkästen suchen musste, um seinen zu finden, amüsierte ihn dann doch mehr.

 

--------

 

Das Ticken der Uhr vor seinen Augen war das einzige Geräusch im Raum, der Zeiger immer während voranschreitend. Mitternacht nahte, langsam, stetig, Zeit stoppte für niemanden, außer dem Weihnachtsmann. Die 24 auf dem Überkopf hängended Kalender in Rot markiert. Nur für seinen Bruder stoppte er heute wie jedes Jahr die Zeit.

Zeit. Eine Ressource so limitiert für jeden außer seinen Brüdern und doch spendeten sie es mehr mit ihren Familien als Zeke es in seinen Leben getan hatte. Besonders an Weinachten kamen Menschen zusammen, umarmten sich, feierten, weinten, liebten. Ihre Zeit so limitiert und dennoch verbrachten sie die Tage mit ihren Familien.

Vielleicht war es nicht für ihn zu verstehen, mit seinem unendlich langen Leben oder vielleicht war es auch nur selbst Schutz um nicht die eigene Situation sehen zu müssen. Die Wahrheit sah allerdings anders aus, er erhob sich aus dem alten Sessel, den er einst von Rhun bekommen hatte, der samt Stoff von Sand zerfetzt, die Zeit zu stoppen brauchte viel Energie.

Energie, die er danach nicht mehr haben würde um für sich selber zu sorgen, nicht dass er normalerweise gut darin war. Seine Gedanken drifteten zu einer einfacheren Zeit, einer wo seine Brüder da waren um ihm zu helfen. Eine lang vergangenen Erinnerung, eine Nähe, die er schon lange nicht mehr mit seinen Brüdern teilte.

Die Uhr schritt voran und er nahm ein Fläschchen vom Regal, der Sand darin schimmerte wie frischer Schnee. Klaus würde grade auch die letzten Vorbereitungen treffen. Der Korken machte ein leises popp Geräusch als er ihn zog, vorsichtig um nichts zu verschütten. Er ließ ihn in seine Hand rieseln, nur so viel wie er brauchte.

Den Rest verblieb verschlossen bis zum nächsten Jahr, die Körner rieselten durch seine Finger und die Uhr schlug 12. Es war Zeit. Er atmete tief ein und pustete das Puder über die Uhr, die Zeige hielten abrupt inne. Stille erfüllte die Welt, Weihnachtslieder verstummten, Glöckchen hörten auf zu ringen und auch Zeke selbst stand fest gefroren an seinem Platz.

Auf der anderen Seite der Welt setzte Klaus sich in seinen Schlitten, auf ein frohes Fest.

 

-----

 

Ruhige würde Rhun sein Weihnachtsfest nicht nennen, ob im Weisenhaus oder im Hotel, er hatte immer Leute um sich gehabt um mit ihm zu feiern. Allerdings war es dennoch nie so gewesen wie die Handvoll von Jahren, wo er und seine Brüder beisammen waren.

Minty und Harry schmückten die Eingangshalle des Hotels, Ray gab immer mal wieder Kommentare ab, ob Gold oder silberne Deko besser passte und sie selbst konnte sich fast davon überzeugen das seine Brüder mit ihm hier waren, das Fips und Zeke die Girlanden aufhingen, das Klaus zwischen anderen Vorbereitungen seine Meinung abgab.

Dass er mit ihnen feierte, aber das war schon lange nicht mehr der fall und so sehr er es auch vermisste war es unfair seine Hotelcrew mit ihnen zu vergleichen. Die Crew war mittlerweile weitaus mehr als nur Angestellte, sie waren Familie. Nicht die Familie, die sie vermisste, sondern etwas Neues, bevor er den Gedanken allerdings vertiefen konnte, rief Minty ihm zu,

"Hey, Zahnfee!" Sie hielt die Tannenspitze in der Hand, der Rest des Baums bereits geschmückt "Als unser Boss musst du die Spitze aufsetzen!" Ihr Lächeln war beinahe blendend, aber Rhun ließ sich davon nicht abschrecken. Er schritt hinüber zu den beiden und nahm die Spitze in seine Hände.

Golden und schwer Klaus hatte sie vor langer Zeit ihr gegeben. Er dachte zurück zu dem Tag, ihr Bruder war schon immer sentimental gewesen, eine Eigenschaft die sie teilten. Da die Tanne doppelt so groß war wie sie selbst, ließ Rhun Magie in sein Zepter fließen, die Spitze schwebte in einer violetten Wolke hinauf an ihren Platz und Minty kicherte neben ihm, alles bereit für Heiligabend.

Er vermisste die Tage, wo er noch mit seinen Brüdern feierte, aber mit seiner Crew wurde ihm fast so warm wie damals und auch wenn er sich wünschte, dass er beide zusammen haben könnte, war sie doch sehr glücklich mit dem, was er hatte und er würde es für nichts in der Welt aufgeben.