Work Text:
Rezo konnte nicht schlafen. Er konnte machen was er wollte, konnte ein bisschen lesen, Podcast hören, eine langweilige Serie gucken, nochmal auf Klo gehen, Fenster öffnen, Heizung anmachen, Klamotten wechseln, Baldrian nehmen, Tee trinken… Sogar mit Schafe zählen hatte er es versucht. Aber nichts half. Und am Ende war er, wenn überhaupt, nur noch wacher als zuvor.
Genervt grummelte er in sein Kissen. Es war nicht so, dass er am nächsten Morgen früh aufstehen und irgendwohin musste. Also, außer ins Büro. Und er hatte auch keinen wichtigen Termin, für den er ausgeschlafen sein musste. Es würde ein ganz normaler Tag werden, wie jeder andere auch.
Es gab also keinen Grund aufgeregt, noch so genervt zu sein, wie er es gerade war. Zumindest, wäre es das erste Mal, dass er dieses Problem hatte.
Aber dem war leider nicht so. In letzter Zeit passierte es immer häufiger, dass er sich so sehr damit abmühte einzuschlafen. Zu Anfang hatte noch das ein oder andere geholfen. Der Tee zum Beispiel. Er war ja jetzt zum Teeliebhaber mutiert, da war ein Beruhigungstee eine der ersten Maßnahmen gewesen, die er ausprobiert hatte.
Und die ersten drei Male hatte es noch super funktioniert. Zumindest glaubte er das. Danach eben nicht mehr.
Er hatte auch schon mit seiner Therapeutin darüber gesprochen. Das erste Mal, nachdem er die Sache mit dem Tee ausprobiert hatte, hatte sie noch verhalten reagiert, aber da es danach zwei weitere Male funktioniert hatte, hatte sie gesagt, er solle ruhig dabei bleiben.
Tja, und jetzt klappte es eben nicht mehr.
So hatten sie bei der Therapie angefangen herauszufinden, was der Grund für seine Einschlafprobleme war. Es gab viele mögliche Ursachen, und natürlich hatte er die gesundheitlichen schon untersuchen lassen. Aber da waren die Ärzte auf nichts gestoßen. Und an eine Nebenwirkung seiner Tabletten, vor allem in diesem Ausmaß, glaubte er nicht.
Blieb noch die psychische Gesundheit. Sorgen und Stress, belastende Lebensereignisse, vielleicht sogar Schlafwandel?
Würde es nach Rezo gehen, hätte er gleich alle Möglichkeiten über den Haufen geworfen. Momentan war er überraschend stressfrei und größere Sorgen als die, um die man sich als normaler Mensch in dieser Zeit eben Sorgen machte, hatte er nicht.
Rezo rollte sich von einer Seite auf die andere. Er schnaubte leise in die Dunkelheit und machte ein schmollendes Gesicht, obwohl ihn weder jemand hören noch sehen konnte.
Ein Seufzen, dann streckte er sich und tastete nach der Nachttischlampe. Als sie aufleuchtete, blinzelte er nur kurz. Er hatte nicht allzu lange in Dunkelheit gelegen, immerhin stand er immer und immer wieder auf.
Ächzend setzte er sich auf, schnappte sich sein Handy und lehnte sich gegen die Wand in seinem Rücken. Verdammte Handysucht.
Nicht, dass er wirklich richtig süchtig war. Wäre er es, müsste man wahrscheinlich halb Europa als handysüchtig einstufen. Oder sogar einen noch größeren Teil. Und am besten noch die ganze Welt einbeziehen, dann würde mindestens 60% der Amerikaner auch noch dazu kommen.
War das rassistisch? Oder einfach nur ein Vorurteil?
Rezo entschied sich das zu googeln. Ein paar Minuten später las er einen Wikipedia-Eintrag zur Amerikanischen Revolution und spätestens, als er sich durch die Namenbedeutungen der Native Americans klickte, hatte er völlig vergessen, was er eigentlich hatte googeln wollen.
Erst, als ihm sein Handy mitteilte, dass er eine neue Nachricht bekommen hatte, konnte sich Rezo von den unzähligen Namen lösen.
Die Mitteilung plopte am oberen Teil seines Bildschirms auf und verdeckte, was er gerade las. Es war ein Link, dem gleich darauf eine weitere Nachricht in Form eines Gifs folgte. Als Sender stand der Name ‚Ju Neu Neu Neu‘.
Rezo zog unwillkürlich eine Augenbraue hoch. Ju war auch noch war? Dabei war es doch - er schaute auf die Uhr des Handys - fast 2 Uhr! Sogar für Ju war das ein bisschen sehr spät, um noch wach zu sein. Ja, wenn er keine Drehs oder Termine hatte, blieb er, genau wie Rezo selbst, gerne mal etwas länger wach, aber nicht bis 2 Uhr.
Oder war er irgendwohin unterwegs…? Er konnte sich nicht daran erinnern, dass Ju ihm etwas in die Richtung erzählt hatte. Natürlich konnte es immer sein, dass er sich diese Information für den Podcast aufhob, aber selbst dann postete er zumindest etwas in seiner Story bei Instagram. Und auch da hatte er nichts gesehen.
Neugierig geworden tippte Rezo auf die Benachrichtigung, woraufhin sein Handy direkt den Chat mit Ju öffnete. Wie er an der Leiste unter dessen Namen sehen konnte, war er online.
Bevor er auf den Link klickte, schrieb er:
-Warum bist du noch wach??-
Zuerst verblieb die Nachricht bei zwei grauen Haken, doch nur wenige Sekunden nachdem Rezo auf den Link geklickt hatte, kam auch schon eine Erwiderung. Aber er guckte sich erst das Video zu Ende an, bevor er ihren Chat wieder aufrief.
-Hast du Problem damit??-
Rezo schmunzelte.
-Ja habe ich. Es ist schon viel zu spät du musst ins Bett Kind!-
-Ich will aber noch nicht Papa 😤 Was machst du jetzt??-
-Du bist nicht mein Sohn!-
-…stimmt 🤔-
-Ich bin deine Tochter-
Rezo verdrehte die Augen. Was ein Idiot. Und er glaubte vermutlich noch, dass das lustig war.
Aber bevor er antworten konnte, meldete sein Handy einen Anruf. Und das von niemand geringerem als Ju höchstpersönlich.
Irritiert, was das denn jetzt sollte, nahm Rezo den Anruf an. Er stellte auf Lautsprecher, damit er sich das Handy nicht ans Ohr halten musste.
„Keine Lust zu schreiben?“, fragte er grinsend. Vom anderen Ende erklang ein Lachen.
„Hallo auch an dich“, erwiderte Julien, dessen weit hochgezogene Mundwinkel Rezo sich denken konnte, ohne ihn zu sehen, „Ne man, das ist zu unbequem. Ich liege im Bett.“ Er klang beinahe anschuldigend, so als hätte Rezo ihm irgendetwas haltloses vorgeworfen. Aber natürlich war das nicht ernst gemeint.
Er verdrehte die Augen und ignorierte den Kommentar bezüglich der fehlenden Begrüßung. „Ja und? Du kannst dich genauso gut auf den Bauch oder die Seite legen.“
Ju schnaubte gespielt angewidert. „Auf‘m Bauch muss ich mich auf die Arme stützen. Das ist anstrengend man!“, beschwerte er sich, „Und auf‘er Seite ist auch doof. So YouTube oder `ne Serie zu gucken geht ja noch, aber wenn man Schreiben will, braucht man doch mehr Freiheit!“
„Was für Freiheit Digga!“
„Ey du kannst mir nicht sagen, dass du das nicht checkst!“, meckerte Ju, was Rezo ein Kichern entlockte. Ja, das stimmte schon, wenn man länger chatten wollte, war es ziemlich unbequem, sowohl auf dem Bauch, als auch auf der Seite zu liegen.
Aber das musste er vor Ju ja nicht unbedingt zugeben. Vor allem nicht, wenn er ihn so ein bisschen ärgern konnte. Tat der ja auch viel zu oft bei ihm.
„Ne, kenn‘ ich nicht“, entgegnete er deshalb, „Du bist einfach ein Schwächling.“ Ein empörtes Zischen erklang aus der Leitung. „Jetzt hör mal her, du Schlumpf!“ Rezo schmunzelte. „Du bist viel schwächer als ich du Lümmel!“
Okay, das konnte er aber wirklich nicht auf sich sitzen lassen! Er hatte vor nicht allzu langer Zeit mit Jazz’ Hilfe so richtig durchgezogen und endlich mal sein Bauchfett bekämpft. Trainiert und trainiert und trainiert hatte er, Muskelkater bis in die Gehirnzellen!
Und Ju? Der hatte ein eigenes kleines Fitnessstudio Zuhause und tat rein gar nichts.
Okay, wenn er so darüber nachdachte, war seine eigene Trainingsphase auch schon ein paar Monate zu lange her. Aber trotzdem!
„Hallo?! Ich bin besser in Form als du!“, gab er zurück und bekam dafür ein Schnauben als Antwort. „Ach ja?“, fragte Julien, „Soweit ich weiß, ist es schon einige Monate her, dass du das letzte Mal ein Trainingsgerät auch nur gesehen hast. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es letztes oder sogar vorletztes Jahr war.“
Rezo verschränkte die Arme vor der Brust. „Und wenn schon. Was hast du zu bieten?“
„Also ich mach jetzt seit ein paar Wochen wieder regelmäßig Sport.“
Also wenn das mal nicht sein Interesse weckte.
Überrascht zog Rezo eine Augenbraue hoch. „Willst du mich verarschen?“ Aber Jus Stimme klang tatsächlich ziemlich ehrlich, als er antwortete: „Ne man, glaub mir! Ich zieh durch jetzt! Ich kann dir auch `n Bild schicken, wenn du mir nicht glaubst.“
Na, das wäre vielleicht doch etwas zu viel für die Nacht. Ein Bild von einem trainierenden Julien Bam? Nein, das würde sein armes Herz nicht aushalten.
„Lass mal, ich glaub dir auch so“, behauptete er schnell, konnte jedoch nicht das unruhige Kribbeln in seinen Beinen verhindern, das auf einmal aufgetaucht war. Das tat es ab und zu, wenn er nervös war. Hmph, blödes AHDS.
„Ach, jetzt auf einmal??“
Rezo zuckte aus Reflex mit den Schultern. „Wenn du schon so anbietest ein Bild zu schicken, geh ich davon aus, dass du nicht bluffst.“ In dem Versuch das Kribbeln abzuschütteln, strampelte er mit den Beinen herum. Wahrscheinlich half das nicht gerade dabei seinen Körper auf das Einschlafen vorzubereiten, aber damit hatte er sowieso schon abgeschlossen.
„Aber jetzt sag mal. Warum trainierst du überhaupt wieder?“ Die Antwort auf seine Frage brauchte diesmal ein bisschen länger. „Muss ich denn nen Grund haben…?“
Wäre er mit Ju in einem Raum, hätte er ihm jetzt den Vogel gezeigt. Was sollte das denn heißen, ‚Muss ich denn nen Grund haben?‘? Er konnte ihm doch nicht ernsthaft erzählen wollen, dass er aus freien Stücken wieder damit angefangen hatte. Hah, das glaubte er sich doch selbst nicht!
„Als ob du keinen hast“, erwiderte er und schüttelte den Kopf, „Irgendetwas ist doch immer. Und jetzt raus mit der Sprache.“
Stille.
Von der anderen Seite ertönte nur ein klägliches „Uhm…“.
Rezo verengte die Augen.
„Warte mal, datest du wieder??“, rief er beinahe schon in sein Handy. „Was?! Nein, das- Nein, tue ich nicht!“ Okay, eine offensichtlichere Bestätigung hätte er ihm wirklich nicht geben können.
Er legte sein Handy auf der Bettdecke ab und klatschte. „Jo! Das freut mich für dich! Ehrlich, man!“ Und das war noch nichtmal gelogen. Er freute sich wirklich für Ju. Während er an den Hauptvideos arbeitete ließ er sein privates Leben immer viel zu sehr schleifen. Was natürlich verständlich war, vor allem, wenn man Julien Bam kannte.
Und egal wie sehr er diese Arbeit liebte, egal wie sehr er darin aufging zu schauspielern, zu filmen, zu skripten, zu dirigieren, egal wie sehr er das alles liebte, tat es niemandem gut, zu lange allein zu sein.
Julien murrte irgendwas, aber Rezo ignorierte es. „Und jetzt erzähl mal. Wer ist es? Wie heißt sie? Wie sieht sie aus? Wie und wo habt ihr euch kennengelernt?“ Er wartete mehr oder weniger geduldig. Seine Beine kribbelten immer noch ein wenig, weshalb er sie weiter hin und her bewegte, aber auch sonst fühlte er sich auf einmal so hibbelig.
Aber Ju schien keinerlei Intention zu haben, ihm auch nur das winzigste Detail zu verraten.
„Also, uh, sag mal, warum bist du eigentlich so spät noch wach?“, fragte er in einem lächerlichen Versuch das Thema zu wechseln, „Ich kann nämlich nicht schlafen-“ Der Versuch scheiterte natürlich kläglich.
„Hey, hör auf vom Thema abzulenken! Das ist wichtig hier!“, beschwerte sich Rezo, was Ju ein erneutes Murren entlockte. Diesmal klang es allerdings ein wenig verzweifelt.
„Aber um deine Frage zu beantworten: ich hab auch schlecht geschlafen“, fuhr Rezo dennoch fort, „Und jetzt zurück zum Wesentlichen.“ Julien seufzte schwer. „Warum kannst du es nicht einfach so lassen?“
„Na hör mal, wenn ich schon im Podcast nicht fragen darf, dann zumindest privat!”, beschwerte sich Rezo prompt, denn was fiel diesem Kerl denn bitteschön ein, ihm so wichtige Dinge zu verschweigen, „Komm schon Ju, ich muss das doch wissen! Ich bin dein Freund!“
Dieser Freund stöhnte auf der anderen Seite des Handys genervt auf, was Rezo extrem zufrieden stimmte. Wäre da nicht sein verdammtes Gehirn, welches ihn darauf aufmerksam machte, was er gerade gesagt hatte. Was bei normalen Leuten kein Problem wäre, aber Rezos Mund sprudelte schon los, bevor er überhaupt richtig über seine Worte nachdenken konnte.
„Also, ich meine nicht- nicht Freund Freund, nicht in dem Sinne.“ Und verdammt, jetzt musste er natürlich weiter machen und sich erklären. Welche andere Wahl blieb ihm denn?
Zum Beispiel abbrechen und die Situation mit einem Witz unter den Tisch fallen lassen. Aber dafür bräuchte er ein neurotypisches Gehirn und wie es der Zufall so wollte, hatte er das nicht.
„Also, du weißt schon, so Kumpel Freund, weil das sind wir, Freunde.“ Was laberte er hier eigentlich?! „Aber das brauch’ ich dir ja nicht zu sagen, weil das wüsstest du ja, wenn du mein Freund Freund wärst-“
‚Freund Freund‘, was war denn heute bloß los? Wie hatte er aus einer ganz normalen Konversation sowas dummes machen können??
Er schluckte. Es gab keinen Grund zu denken, dass Ju ihn jetzt für völlig dämlich halten könnte, immerhin tat er das ja sowieso schon und noch dazu auf eine sehr positive Art und Weise, aber trotzdem… Die unangenehme Stille half gerade nicht besonders.
Aber er schaffte es trotzdem irgendwie sich zum Sprechen zu überwinden.
„…Ich hab zu viel geredet, oder?“
Auch, wenn die darauf folgende Pause nur kurz war, kaum der Rede wert, gefiel ihm das alles so gar nicht.
„Ja.“
Und noch weniger gefiel ihm, dass Ju nur mit einem einzigen Wort antwortete und jetzt wieder schwieg. Für sein Overthinking war das der reinste Horror.
Er versuchte die Gedanken abzuschütteln und räusperte sich. „O-okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, dein Date! Bitte Ju, du kannst mich doch nicht im Stich lassen!“
Wieder dauerte es zwei Sekunden zu lange, bis der Andere antwortete. Aber Rezo versuchte das ganz schnell wieder zu vergessen. Das bedeutete nichts-
„Was hat das mit ‚im Stich lassen‘ zu tun?“, fragte Ju irritiert, „Du wirst schon nicht sterben, wenn ich dir nicht jedes Detail von meinem Liebesleben erzähle.“ Rezo schnaubte gespielt empört. „Doch, das werde ich. Ganz bestimmt.“ Ein Seufzen, doch es klang nicht ansatzweise genervt.
„Na gut, okay, du hast gewonnen“, gab Julien endlich nach. „Yes!“ „Aber dann hörst du auf zu fragen!“ Rezo grinste. „Werd ich, versprochen.“ Er war sich ziemlich sicher, dass Ju ahnte, dass das eine Lüge war.
Folgend erzählte dieser von seiner neuen Bekanntschaft, einer jungen Frau namens Bea, die er bei Tinder kennengelernt und die ihn aufgrund ihrer Sportlichkeit dazu motiviert hatte, wieder zu trainieren.
Rezo hörte interessiert zu. Diese Frau schien eine ziemlich gute Partie zu sein und es freute ihn, dass Julien sich so gut mit ihr verstand. Es war allerdings nicht nur freundschaftlicher Natur, dass er ihm eine feste Freundin wünschte. Er wünschte es auch für sich selbst. Wünschte sich, Julien könnte endlich eine Frau finden, die ihn glücklich machte und die seinem bescheuerten Herzen deutlich machte, dass ein kleiner Crush auf einen seiner besten Freunde wirklich nicht sein musste.
„Wie viele Dates hattet ihr schon?“, fragte er schließlich.
„Drei. Na ja, eigentlich nur zwei“, antwortete Ju, „Das eine Mal war mehr so ein normales Treffen. Wir waren im Fitnessstudio und haben da zusammen trainiert.“
Rezo hob eine Augenbraue. „Im Fitnessstudio? Sicher, dass da nicht bald ein Foto von euch in irgendeinem random Online-Artikel zu sehen ist?“
„Ja, bin ich. Das war ein VIP Fitnessstudio oder wie man das nennt. Aber egal.“ Rezo konnte förmlich sehen, wie er abwehrend mit der Hand winkte. „Wie du meinst“, erwidere er grinsend, „Wann trefft ihr euch das nächste Mal?“
„Keine Ahnung, sie besucht gerade ihre Großeltern in Berlin.“
„Ey das ist die perfekte Gelegenheit für, du weißt schon.“ Rezo grinste, spürte aber auch gleichzeitig, wie sein Herz anfing schneller zu schlagen. Er versuchte es zu ignorieren.
„Die perfekte Gelegenheit für was?“ Julien klang verwirrt. „Na, du weißt schon. Mit ihr telefonieren und dann ein bisschen dirty talk machen“, erklärte Rezo und konnte ein belustigtes Glucksen nicht verhindern, als Ju sich, vermutlich absichtlich laut, auf die Stirn haute.
„Was denn? Das ist doch komplett normal!“
Julien gab ein genervtes Stöhnen von sich, das allerdings kein bisschen genervt klang. „Für dich vielleicht, aber du denkst auch nur mit dem Schwanz.“
„Tu ich gar nicht“, empörte sich Rezo, „Und jetzt hab dich nicht so. Du bist doch kein unerfahrener Teenager mehr.“ Was ihm mehr als bewusst war, da er schon seit einigen Jahren ständig hinter Ju herlief um herauszufinden, wie sein Liebesleben zum Zeitpunkt lief.
Und ob Ju es wollte oder nicht, Rezo konnte verdammt stur und penetrant sein. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann gab es nur wenig das ihn daran hinderte sein Ziel zu erreichen.
„Und was willst du jetzt von mir?“ Es klang resigniert. Ju hatte anscheinend aufgegeben. Rezo war und blieb eben der dickköpfigere von ihnen.
„Ich helf dir bisschen auf die Sprünge“, entschied er nachdenklich, „Ich glaub, sowas wie ‚Ich kann nicht aufhören, an dich zu denken‘ kommt immer gut.“ Er tippte sich mit der freien Hand ans Kinn. „Oder ‚Ich wollte nur mal deine Stimme hören‘. Wobei, das ist kein guter Einstieg. Zu langsam, oder?“
„Rezo-“
Er ignorierte ihn und machte einfach weiter. „Wie wär‘s mit ‚Ich kann nicht warten, bis wir uns das nächste Mal sehen‘.“ „Rezo-“ „Da kann man sehr schnell in die richtige Richtung gehen.“
Kaum bemerkte er das Seufzen aus der Leitung, zu leise, um seinen Gedankenfluss zu durchbrechen. Juliens nächste Worte aber schafften es sofort.
„Was hast du gerade an?“
Rezo stockte. Blinzelte. Sein Blick eingefroren mitten in den Raum und nirgendwohin zur gleichen Zeit. Er hatte sich verhört, oder? „Ich- Was?“
Diesmal hörte er das Seufzen.
„Nicht du“, erwiderte Ju und Rezo war schon drauf und dran zu fragen, wen er sonst meinen könnte, hielt sich aber gerade noch zurück, „Ich wollte nur zeigen, dass ich genau weiß, was ich sagen muss. Du musst mir keine Tipps geben.“
Oh. Ja, das machte Sinn. Wie hatte er auch irgendetwas anderes denken können? Es ging ja immerhin um diese Frau, mit der Ju vielleicht Telefonsex haben würde, und nichts anderes. Es ging nicht um sie beide. Um ihn, Rezo. Warum auch.
„Achso, klar, natürlich.“ Seine eigene Stimme klang für ihn irgendwie hohl. Komisch. Er räusperte sich und fuhr fort, weil er musste sich ja erklären. Ju musste ja verstehen, warum er so reagiert hatte. „Ich dachte im ersten Moment du fragst mich. Aber warum solltest du das tun, nicht wahr? Ich bin ja keine Frau.“
Vielleicht hätte er sich doch nicht erklären und es einfach so lassen sollen. Wann lernte er endlich, dass seine Erklärungen es nie besser machten??
Wahrscheinlich nie. Aber so war er eben.
Doch Julien beließ es zum Glück dabei und wechselte das Thema. Also, so halbwegs.
„Aber ganz ehrlich, unsere Communities würden ausflippen, wenn wir plötzlich verkünden würden, dass wir uns daten“, meinte er und Rezo cringte bei dem Gedanken. Nicht, weil Julien sowas abwegiges dachte, sondern weil es wahr war.
„Ja, safe! Die Shipping-Edits würden gar nicht mehr aufhören.“ Ein belustigtes Schnauben entkam seinem Mund.
„Ist es noch Shipping, wenn die Personen tatsächlich zusammen sind?“, fragte Ju nachdenklich, „Ja, oder?“ Rezo hob eine Augenbraue. Als ob er das nicht wusste. Als Influencer, der bereits mit unterschiedlichen Kollegen und Freunden geshippt worden war, müsste er das eigentlich wissen.
Oder versuchte er nur, die Konversation am Laufen zu halten?
Er antwortete trotzdem. „Safe, das würde doch sonst keinen Sinn machen.“
„Hast Recht.“
Stille. Schon wieder. Rezo hatte das Gefühl, dass sie in diesem Telefonat schon viel zu oft geschwiegen hatten. Oder war das nur Einbildung? Konnte auch gut sein. Er vertraute seinem Gehirn und vor allem seinem Erinnerungsvermögen nicht sonderlich.
Aus dem Handy ertönte ein ruhiges Summen. Ju gefiel die Stille auch nicht.
Und aus reiner Panik heraus sagte er das erste, was ihm in den Kopf kam.
„Wenn ich eine Frau wäre… Würdest du mich daten wollen? Also so theoretisch?“
Wie aus der Pistole geschossen kam Juliens Antwort.
„Ja.“
Rezo blinzelte überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. Er hätte gedacht, Ju würde ihn ärgern und behaupten, er könne ihn niemals daten, nicht mit diesen blauen Haaren, oder was auch immer er an ihm auszusetzen hatte. Aber das…?
Und irgendwie berührte es ihn. Es war…süß. Vielleicht. Oder? War es das?
Er wusste nicht, was er sagen sollte. Und nach einem Moment des Schweigens fragte Ju: „Ist das weird…?“ Er klang unsicher und vorsichtig und Rezo wollte unbedingt antworten, damit Ju sich nicht mehr so fühlte. Damit es nicht unangenehm war. Aber er wusste ja selbst nicht, ob es weird war.
„Ich…weiß nicht. Ist es weird, dass ich dich auch daten würde?“ Ja, warum nicht gleich noch weirder machen. „Also, wenn ich eine Frau wäre natürlich.“
„Natürlich. Aber keine Ahnung“, erwiderte Julien, weil natürlich hatte er keine Ahnung. Er hatte ja zuerst Rezo gefragt. „Findest du denn, dass ich attraktiv bin?“
Was ein Arsch.
„Klar, das ist doch…“ Kurz hing er in der Luft. Klar? Offensichtlich? Selbstverständlich? „Natürlich bist du das. Das weiß doch jeder. Du gehörst du den attraktivsten YouTubern in Deutschland.“
Er wollte nur ein bisschen Aufmerksamkeit. Und Komplimente. Sein Ego gestreichelt bekommen. Das war alles.
Rezos Bein wurde wieder unruhig.
Julien machte ein ehrlich interessiertes Geräusch. „Ach ja? Und wer sind da meine…Konkurrenten?“ Da musste er wirklich nachdenken. Wen gab es sonst noch, der für sein gutes Aussehen bekannt war?
Also, natürlich war es Geschmackssache. In einem Video von Luca zum Beispiel hatte er gesehen, wie ein paar Frauen YouTuber und andere bekannte Deutsche gerankt und Ju dabei ziemlich schlecht abgeschnitten hatte.
Nach Namen suchend machte er irgendwelche Handbewegungen. „Uh… Palle, denke ich? Der sieht gut aus…“, entschied er schließlich, wobei es mehr nach einem Vorschlag klang. Aber es war die Wahrheit. Paluten sah gut aus. Er hatte dunkle Haare, die teilweise ein bisschen verstrubbelt wirkten, und strahlende Augen. Ein rundum sympathischer Kerl.
„Würdest du ihn daten? Also, wenn du eine Frau wärst?“
Ju trieb es wirklich auf die Spitze.
„Ich…glaube nicht.“
„Warum?“
Rezo holte tief Luft. Julien hatte das Wort kaum ausgesprochen, da hatte sich schon eine Antwort in seinem Kopf gebildet, die er nicht wirklich erklären konnte. Und die er einem Freund vermutlich auch nicht einfach so sagen würde, wäre es nicht Ju.
„…weil er nicht du ist.“
Auf der anderen Seite wurde es kurz still. Rezo drückte die Lippen aufeinander. War das eine dumme Antwort gewesen?
Aber Julien machte wenige Sekunden später ungerührt weiter. „Also würdest du nur mich daten wollen?“
Würde er das? Rezo hatte sich nichtmal wirklich überlegt, wie er als Frau wäre - es war ihm einfach aus dem Nichts über die Lippen gekommen - und jetzt sollte er schon so viele Fragen zu seinem theoretischen Leben als Frau beantworten?
Es irritierte ihn, aber andererseits war da auch…eine gewisse Neugierde, wohin ihre Konversation noch führen würde.
Er versuchte nonchalant zu klingen, als er fragte: „Keine Ahnung, das ist ja alles nur…theoretisch, oder?“ Juliens Antwort kam viel zu schnell. „Ja klar, alles nur theoretisch.“ Es schien, als wolle er sich verteidigen, als hätte Rezo ihm etwas vorgeworfen, das er mit seinem Leben abstreiten wollte.
„Aber ich denke, es ist einfach…“ Wieder eine nachdenkliche Handbewegung. Je länger er darüber nachdachte, desto stärker kribbelten seine Beine und desto weiter breitete sich das Kribbeln in seinem Körper aus. „Du…hast einen gewissen Charm an dir.“ Das Strampeln half nur bedingt. Die Unruhe ließ sich kaum bis gar nicht bekämpfen.
Julien am anderen Ende atmete deutlich hörbar ein und aus. „Ach, habe ich das?“
Er bildete sich die Unruhe in dessen Stimme nur ein, oder? Das kam nur von seiner eigenen Unruhe.
„Ja, du…“ Er stockte. Seine Stimme klang fremd in seinen Ohren. Er schloss den Mund, öffnete ihn wieder und biss sich auf die Unterlippe, als ein gewisser Gedanke in seinen Kopf schoss. Und nicht nur in seinen Kopf.
Er wollte diesen Gedanken nicht denken. Aber Ju wartete auf seine Antwort.
„Du verhältst dich wie ein Gentleman und so, aber du hast auch ein paar Facetten von so einem Bad Boy.“ Eine Welle an Scham überrollte ihn. ‚Bad Boy’. Wer sagte das schon. Und das auch noch in seinem Alter!
Aber irgendwie machte ihn allein der Begriff schon an. Sein Dick zuckte und er konnte die Unruhe nicht länger als Teil seines ADHS abtun.
„Und darauf würde ich wohl auch stehen.“ Er schluckte. Versuchte sich auf seine Worte zu konzentrieren. „Wenn ich eine Frau wäre.“ Der Satz war unnötig betont. Es war unnötig. Unnötig zu erwähnen. Es ging hier nicht um sie beide. Ju wusste es und er selbst wusste es auch.
„Ein Bad Boy…“ Täuschte er sich, oder war Juliens Stimme auf einmal tiefer geworden? „…der dich gegen die Wand drücken könnte…“
Rezo konnte sich nur gerade so ein Keuchen verkneifen. Augenblicklich tauchte ein Bild vor seinem inneren Auge auf, eine Gasse, Ju, der ihn am Kragen packte und gegen die Wand drückte.
Warte-
Warum ausgerechnet Ju?
„Ja… Wenn ich eine Frau wäre.“ Weil das erwähnt werden musste. Weil er das Gefühl hatte, er könne sich sonst zu sehr in Gedanken verlieren.
„Klar. Ich würde dich sowas von toppen.“
Sein Mund war schneller als sein Gehirn.
„Und ich würde mich wehren, weil ich bin eigentlich kein Fan von Bad Boys… Aber in Wahrheit macht es mich an.“ Während er das sagte, wanderte seine Hand zum Hosenbund seiner Jogginghose. Mehr unterbewusst bahnten sich seine Finger einen Weg darunter durch und strichen über den Ansatz seiner Länge.
Juliens nächste Worte klangen erstickt. „Macht es das?“
Er wollte es wirklich nicht. Wirklich. Aber Jus dunkler gewordene Stimme… Die Unruhe in seinem Körper… Seine Hand, die sich langsam um sein Glied schlossen…
„…Ja…“, murmelte er und es war kaum mehr als ein Hauchen.
Auf der anderen Seite raschelte es leise, aber das nahm er kaum wahr. „Gut.“ Rezo fluchte innerlich. Sein Griff wurde fester. Julien räusperte sich und fügte hinzu: „Also, wäre es theoretisch.“
Theoretisch…
„Du als Frau wärst… Du…“ Julien schien nicht zu wissen, was er sagen sollte. Er klang ein bisschen hilflos. Rezo hinterfragte es nicht, stattdessen fuhren seine Finger sanft seine Länge entlang. Er war jetzt schon halb hart. Und die Berührungen seiner Finger war wie Öl ins Feuer zu geben.
Julien brachte ein kaum hörbares Seufzen hervor. „Ich würde dich…küssen und berühren…“ Rezo verkrampfte. Er schloss die Augen, versuchte zu atmen. Sein Zeigefinger fuhr über seine Spitze, die bereits feucht war.
„…und gegen den kalten Stein pressen… Ich würde dich so…dominieren…“ Rezo kniff die Augen zusammen, kämpfte gegen die Geräusche, die sich aus seinem tiefsten Inneren an die Oberfläche zu bahnen schienen. „Und meine Hände über deinen gesamten Körper…“
„Und mir würde es gefallen…“, erwiderte Rezo auf einmal ohne nachzudenken. Sein Dick pochte in seiner Hand und er spürte, wie seine Knöchel gegen die Innenwand der Hose drückten.
„Weil ich dich auch berühren würde und deine perfekte Haut…“ Er atmete zitternd ein und aus. Sein Finger rieb über seine Spitze, drückte leicht. Die Haut seines Glieds war so weich, glatt, fast so wie er sich Juliens Haut vorstellte. „So weich… Ich könnte nicht aufhören, sie zu berühren…“ Seine Hand glitt langsam zurück zum Ansatz, ehe er begann sie in einem gleichmäßigen Rhythmus auf und hob, hoch und runter zu bewegen.
Sein Mund öffnete sich. Für einen Moment brachte er nichts heraus. Dann flüsterte er: „Deine…Lippen…“ Er wusste nicht, wie der Satz weitergehen könnte. Aber er war zu sehr eingenommen von Juliens Lippen vor seinem inneren Auge. Er hatte sie nicht nur ein Mal angestarrt.
Von der anderen Seite erklang ein sanftes Keuchen.
„Ich würde mich eng an dich drücken“, raunte Ju. Rezo biss sich auf die Lippe. Sein Rhythmus wurde schneller. Mit der freien Hand - sein Handy lag irgendwo - zog er an seiner Hose, zog sie nach unten und befreite sein Glied endlich. Er erzitterte, als die kuschlige Wärme des Stoffes verschwand.
„Ich würde mein Knie- mein Knie zwischen deine Beine schieben…“ Rezo konnte sich nicht zurückhalten. Seine Hüfte zuckte und er stieß ruckartig nach oben in seine Hand.
Das allein sorgte für eine Flut an Adrenalin. Sein Herz klopfte in seinen Ohren, laut und schnell, und er kniff seine Augen zusammen. Ein weiterer Stoß, schnellere Bewegungen, Fingernägel, die über die empfindliche Haut kratzten.
Julien keuchte leise. „Ich würde es…alles…herausfordern…“, murmelte er, „Obwohl ich weiß, dass es…falsch ist…wäre…“
Rezo schluckte, noch ein Stoß, sein ganzer Körper kribbelte. War es noch alles so theoretisch, wie sie am Anfang behauptet hatten…?
„Wieso wäre es falsch…?“ Er brachte die Worte kaum heraus. Fürchtete sich fast vor Juliens Antwort. Aber seine Gedanken wurden langsam neblig und er war gar nicht mehr wirklich im Stande viel nachzudenken.
„Weil wir Freunde sind und…vielleicht würde dadurch alles kaputt gehen…“, erwiderte Julien und Rezo verstand was er meinte. Noch konnten sie das alles hier abbrechen und zurückgehen, noch redeten sie nur über ein paar theoretische Szenarien.
Das war doch so, oder? Niemand tat hier irgendwas…
Für einen Moment hielt er inne, aber das Pochen seiner Länge brachte ihn dazu weiterzumachen und der Gedanke verschwand irgendwo in einer Ecke seines Kopfes.
„Aber es wäre doch nur…ein Kuss.“ Er sagte es, ohne genau zu wissen wieso. So als wüsste er, was hier gerade passierte. „Und es fühlt sich so…so…“
„…aufregend an…“, beendete Ju seinen Satz. Rezo brummte zustimmend. „Würdest du theoretisch weiter gehen wollen? Mehr als nur ein Kuss?“
Die Frage ließ seinen Atem stocken. Er zog scharf die Luft ein. Sein Dick zuckte und er ließ seinen Kopf gegen die Wand fallen.
„Würdest du wollen, dass ich…dass ich dich ausziehe? Dass ich dich überall berühre?“ Seine Stimme war so dunkel und rau, atemlos, beinahe flehend, wenn Rezo sich nicht täuschte. Und seine Worte…
Alles klang so…so gut, so einladend, und Rezo wollte auf einmal nichts mehr als das.
„Ja, so sehr…“, wisperte er, seine Hüfte stieß wieder in seine Hand, wieder und wieder, und er spürte, wie Sperma seine Länge entlang lief. „Ich würde dich auf meinem Körper spüren wollen… Überall…“ Seine freie Hand wanderte über seine Brust, hoch zu seinen Nippeln, stellte sich vor, es wären nicht seine eigenen.
„Deine Hände…“
„Wo würdest du meine Hände wollen?“
Überall, er wollte sie überall, verdammt…
„I-in mei-meinen Haaren… Auf meiner Brust… Meiner Hüfte…“ Seine Hand bewegte sich schneller und schneller, sein Atem ging flach, seine Hüfte stieß abermals auf. Inzwischen lag er anstatt zu sitzen. Er hatte gar nicht bemerkt, wie er nach unten gerutscht war.
„Ich würde deinen Arsch…“ Juliens Stimme zitterte leicht. Wurde begleitet von mehr Rascheln, von ebenso zittrigem Atmen. Fuck, was- „Ich würd meine Finger in deinen Arsch drängen… Wärst du- wärst du gut für mich?“
Rezo stöhnte auf. Laut und deutlich. Alles in ihm brannte, Lust füllte jeden Millimeter seines Körpers. Seine Hand flog augenblicklich zu seinem Arsch und ohne zu zögern drückte er gegen den Eingang.
„Immer, Ju, immer-“, keuchte er, weil er nichts anderes sagen konnte.
„Ich würd dich überall küssen- Flüstern, wie gut du bist-“
„Bitte…“ Es war nichts anderes als ein verzweifeltes Flehen. „Ich würde alles nehmen, was du mir gibst…“
Jetzt stöhnte auch Ju.
„Auch-“
„-auch deinen Schwanz…“, keuchte er, seine Hüfte stieß vor, mehr Sperma lief über seine Länge, über seine Hand und die ersten Tropfen landeten auf seinem Bauch. Er drehte sich zur Seite, stieß halbwegs in die Decke, sein Finger fand seinen Weg in sein Inneres. „Ich würde…deinen Schwanz in den Mund nehmen…und…“
Julien stöhnte laut auf. Dann, sein Name, der ihm von den Lippen rutschte. „Fuck, Rezo!“ Er klang verloren. Seine Stimme troff nur so vor Lust. „Bitte, sag mir, dass du auch…“
Die Frage kam viel zu spät. Aber es war das erste Mal, dass Rezo realisierte, dass Ju auch…
Allein der Gedanke daran ließ ihn beinahe zerlaufen. Und erst die Vorstellung… Ju mit seinem Dick in der Hand… Genauso verzweifelt nach Erlösung wie er…
Er fluchte leise, seine Nägel gruben sich ungewollt in die empfindliche Haut seiner eigenen Länge. Der Schmerz zog sich wie ein Blitz durch seinen Körper und vermischte sich mit der Lust, setzte seine Haut in Flammen.
Ihm entkam ein ersticktes Keuchen. „Das weißt du doch…“
„Rezo…“ Der Name kam schwer und hungrig von Juliens Lippen. „Ich will dich so sehr…“ Er konnte nicht anders, er stöhnte erneut auf, denn bei Gott, Julien Bam wollte ihn-
Nie hätte er gedacht, dass ihn das mal so in den Wahnsinn treiben würde.
„Ich- Diese Vorstellung- Du mit…mit meinem Schwanz im Mund…“, ächzte Ju und es klang sehr nach an einem Knurren, „Ah, fuck! Dein Gesicht- Dein Blick-“ Rezo verlor seinen Rhythmus, er stieß einfach nur noch in die Decke, sein Finger drückte immer weiter in seine Öffnung. Er war verspannt, eng, hatte das verdammt nochmal noch nie gemacht, aber Ju-
Ju ließ es ihn machen wollen. Er stöhnte auf, als immer mehr seines Fingers den engen Muskel passierte. Stellte sich vor… Stellte sich vor, es wäre Juliens Finger…
„W-was…was würdest- würdest du mit mir tun?“, flüsterte er, wusste er würde nicht mehr lange durchhalten.
Julien fluchte, seine Stimme atemlos. „Ich würde- Ich würde dich gegen diese verdammte Wand pressen und dich ficken- bis du Sterne siehst-“
Er konnte nicht mehr denken. Diese Worte… Sie vernebelten sein Gehirn… Er wusste kaum noch, wie man einen Satz bildete… „Fuck… Ju… Ich will das auch- Ich will dich spüren- Hinterher nicht mehr…laufen können… Dein Atem…in meinem Nacken…“, murmelte er, kaum noch bei Verstand, wusste kaum, was er sagte.
„Deine Finger- Fickst du dich selbst?“
„Bisschen, ja-“
Ju sog die Luft ein. Zischte. „Mach weiter, bitte, drück deine Finger tiefer, so tief du kannst-“ Und Rezo tat genau das. Wo vorher ein Rest Unbehagen und Unsicherheit gewesen waren, war jetzt nur noch Juliens Stimme, die so heiß und dunkel war, und er presste seinen Finger tiefer, bis zur Hälfte, und noch weiter.
„Ich will dich hören, Rezo, ich will- Deine Stimme, ich will dich zum Stöhnen bringen-“
Rezo nahm einen zweiten Finger und rammte ihn beinahe in sich hinein. Schmerz flammte auf, schoss durch jede Ader, und er schrie, stöhnte so laut wie lange nicht mehr. Er stieß unkontrolliert in sein Kissen, seine Finger im unregelmäßigen Rhythmus dazu, und er spürte, spürte es, die Hitze, wie sie plötzlich immer weiter stieg.
Ju stimmte in sein Stöhnen mit ein und verdammt war es heiß und sexy. „Fuck, ich würd so gerne dein Gesicht sehen… Woran- woran denkst du?“
„Ich stell mir vor, wie du- Deine Hände- Wie du mich fickst- Öffnest- Mich auf deinen Schwanz vorbereitest-“ Die Bilder in seinem Kopf drehten sich, wirkten so real, und Juliens Stöhnen klang so nah, so-
„Rezo… Ich- ich kann nicht-“ Und fuck, Rezo wusste, was er meinte. „S-sag mir, was du-“
Und da war dieses überwältigende Bedürfnis, schon die ganze Zeit, und jetzt wollte es umso mehr an die Oberfläche, und er wollte es so sehr… „Ich will, dass du in mir kommst…“
Ju stöhnte seinen Namen, laut und schrill, und seine Stimme hallte in Rezos Ohren wieder, ließ Blitze durch seinen Körper jagen, und die Lust, die sich in den letzten Minuten aufgebaut hatte, erschlug ihn, ertrank ihn, seine Finger pressten so tief, bis zum Ansatz, und er riss den Mund auf, zuerst in einem lautlosen Schrei, bis dann alles über ihm zusammenbrach.
Er stieß ein letztes Mal keuchend in seine Hand, in die Decke, seine Hüfte stotterte, und er konnte regelrecht spüren, wie sich Juliens Name von seinen Lippen löste, während alles in ihm explodierte und er kam. Sein Dick zuckte und erzitterte, er konnte jede noch so minimale Bewegung fühlen, und das Sperma schoss richtiggehend hinaus und bedeckte seine Finger und die Decke.
Rezo rang nach Luft, sein Herz hämmerte dumpf in seinen Ohren. Er drückte sein Gesicht ins Kissen, ließ seinen Körper machen, ließ seine Hüfte beben und sein Inneres um seine Finger krampfen.
Und dann, auf einmal, war alle Anspannung weg. Seine Muskeln lockerten, entspannten sich und er hatte das Gefühl zu zerfallen. Das Feuer in ihm hatte seine Hitze verloren und zurück blieb eine angenehme Wärme, die ihn ganz und gar einnahm und seine Gedanken stillte. Ihn in Zuckerwatte hüllte.
Kleine, letzte Flammen leckten an ihm, doch sie verbrannten ihn nicht, nicht mehr, kribbelten nur, und ausnahmsweise war es ein angenehmes Kribbeln.
Rezo atmete tief ein und aus, seine Finger glitten mit einer Leichtigkeit aus ihm heraus und auch sein Griff um sein Glied löste sich. Und für einen Moment war einfach alles gut, einfach gut, bis er sich erinnerte.
Ju.
Er riss die Augen auf.
Einer seiner besten Freunde und er hatten-
Hecktisch versuchte Rezo sich aufzusetzen. Sein Blick schweifte über das Bett und er versuchte seine jetzt nur noch eklig feuchte Hand und den dunklen Fleck auf der Decke zu ignorieren.
Als er sein Handy fand, griff er blitzschnell danach, aber als er es hielt, starrte er es nur an.
Was…jetzt? Was sollte er sagen? Sie hatten… Sie hatten sich gegenseitig Dinge gesagt, die man sich als gute Freunde eigentlich nicht sagte und waren kurz nacheinander gekommen. Ju, nachdem…
Rezo fuhr mit der Hand durch sein Gesicht. Er hatte ihm gesagt, er solle in ihm kommen… Oh Gott war das peinlich…
Aber für Julien musste es auch peinlich sein, er war schließlich davon gekommen. Und davon war er wiederum gekommen… Verdammte Scheiße, er hatte doch eigentlich schlafen wollen! Wie hatten sie es geschafft, so zu enden?!
Aus seinem Handy ertönte ein kaum hörbares Stöhnen. Anders als zuvor klang es allerdings nicht erregt, sondern genauso erschöpft wie Rezo sich fühlte.
Er öffnete den Mund. Doch kein Ton kam heraus. Er schluckte. Sein Kopf war immer noch leer gepustet von seinem Orgasmus, aber er wollte irgendetwas sagen. Die Stille war nicht schön, unangenehm. Es machte ihn unruhig.
Schließlich räusperte er sich.
„Hey, uh… Das war…“, fing er an und hätte am liebsten den Anruf beendet, denn noch clichehafter hätte er wirklich nicht starten können, „…uuuuh…“ Er machte eine komische Geste mit seiner freien Hand. „…etwas?“
Wow, Rezo, wow, etwas besseres war ihm nicht eingefallen??
Von der anderen Seite erklang nur ein unverständliches Murmeln. Eigentlich war es sogar nur ein Brummen. Und es half Rezo nicht sich zu beruhigen.
Er schwieg. Drückte seine Lippen aufeinander und betete zu irgendwem der zuhören mochte, dass Ju doch bitte endlich was sagte verdammt! Und am besten, bevor ihn diese Stille verrückt machte!
Aber er erhielt keine Antwort. Weder von einer himmlischen Entität, noch von Ju.
„Also… Was jetzt?“, fragte er vorsichtig und zog seine Beine an. Dass seine Hose an seinen Knien hing war ihm gerade völlig egal.
Julien seufzte. „Ich, ähm…“ Kurze Pause, Rezo meinte ihn schlucken zu hören. „Ich glaube, ich muss…“ Seine Worte verloren sich in der Stille.
Rauschen. Dann erklang ein altbekanntes, leicht dumpfes Geräusch.
Rezo schaltete sein Handy an. Der Anruf war beendet worden.
Einen Moment lang starrte er ungläubig auf den Bildschirm und konnte nicht fassen, was Julien gerade getan hatte. Er hatte nicht ernsthaft aufgelegt? Und ihn mit seinen verwirrenden Gedanken allein gelassen?!
Okay, gut, Ju war vermutlich auch verwirrt, aber trotzdem! Warum einfach den Anruf beenden?! Das würde es nicht weniger weird zwischen ihnen machen!
Unachtsam legte Rezo sein Handy ab und ließ sich rückwärts auf sein Kissen fallen. Seine Lippen formten eine schmale Linie, als er aufgebracht an die Decke starrte.
Von Julien hatte er eindeutig mehr erwartet. Mehr…mehr…irgendwas halt. Verantwortung oder so. Für ihn mochte es wahrscheinlich einfacher sein, er hatte wahrscheinlich nicht mal wirklich an Rezo gedacht sondern an Bea. An sein Date. Er konnte das einfach abtun, sobald er sich gesammelt hatte. Er stand ja nicht auf Männer und hatte keinen kleinen Crush auf seinen guten Freund.
Aber Rezo war völlig durch den Wind. Er hatte sich immer eingeredet, dass es nur ein kleiner, unbedeutender Crush war. Nichts weiter. Aber jetzt schien es auf einmal mehr zu sein. Er hatte verdammt nochmal jedes Wort ernst gemeint.
Rezo blinzelte. Seine Gedanken rasten in seinem Kopf herum wie ein Wirbelsturm. Am liebsten würde er jetzt eine seiner ADHS-Tabletten nehmen, aber dann würde er noch weniger einschlafen können. Also musste er jetzt wohl damit leben.
Seufzend erhob er sich und machte sich daran, sich und das Bett zu säubern. Er holte sich neue Bettwäsche und nachdem das erledigt war, entschied er sich einen Tee zu machen. Das würde hoffentlich seine Nerven beruhigen.
Er ging also in die Küche und setzte Tee auf, doch gerade als er sich abwandte um irgendetwas zu machen, vermutlich sein Handy holen und TikTok gucken oder so, klingelte es plötzlich an der Tür. Rezo riss den Kopf herum. Was zum- Zu dieser Uhrzeit?? Mitten in der Nacht? Wer- Warum-
Ohne daran zu denken, dass er die Klingel ja auch eigentlich ignorieren könnte, schritt er auf die Tür zu. Er schloss auf und öffnete und war drauf und dran dem Störenfried seine Meinung zu geigen, doch allzu weit kam er nicht.
„Wissen Sie eigentlich, wie-“ Seine Augen wurden groß, aber bevor sein Gehirn die neue Information verarbeiten konnte, hatte Julien auch schon nach ihm gegriffen.
Zwei Schritte, dann war er bei ihm. Ihre Lippen knallten aufeinander und Julien drückte ihn ruckartig nach hinten. Rezo konnte sich kaum auf den Beinen halten, er stolperte rückwärts und registrierte kaum, wie die Tür ins Schloss fiel, ehe sein Rücken die Wand traf.
Rezo wusste nicht was passierte, er kam gar nicht hinterher. Auf einmal waren Juliens Hände überall an seinem Körper, seine Lippen auf seinen eigenen, und für einen kurzen Moment war er benebelt von dessen Präsenz.
Aber er schaffte es nicht komplett den Verstand zu verlieren. Er wand sich in Juliens Griff, unter seinen Händen, und konnte seinen Mund von Juliens lösen.
Atemlos schnappte er nach Luft. „J-Ju- Was-“, brachte er hervor, ehe dieser ihn erneut in einen kurzen, aber energischen Kuss verwickeln konnte.
„Ich musste dich sehen…“, flüsterte Ju gegen seine Lippen und Rezo erzitterte bei der Dringlichkeit in seiner Stimme, „Ich- Ich hab jedes fucking Wort ernst gemeint, Rezo.“ Seine Hände zogen an seiner Kleidung, schoben sein Shirt hoch und berührten seinen Oberkörper. Sie waren eiskalt.
Eine Gänsehaut breitete sich auf seinem gesamten Körper aus. Nicht nur wegen der Kälte, auch wegen der Worte…
Julien begann seinen Hals zu küssen. Er hinterließ eine heiße Spur, als seine Lippen zur Herzschlagader wanderten und Rezo bemerkte kaum, wie er seinen Kopf hob, damit Ju die Stelle besser küssen konnte.
Er versuchte sich zu sammeln und kniff die Augen zusammen. Erinnerte sich an ihr Telefonat, an die junge Frau, Juliens Date. Er wäre so gerne mal egoistisch, aber sein Gewissen ließ es nicht zu.
„Aber- Was ist…m’ deim Mädchen…?“, brachte er heraus und verschluckte dabei die Hälfte der Buchstaben. Julien küsste sich indessen zu seiner Schulter. Seine Hände rutschten tiefer, strichen über die Haut über dem Hosenbund, und aus Reflex ergriff Rezo dessen Oberteil.
„Nicht mein Mädchen.“ Sein Atem auf Rezos Schulter, und er machte ihn ganz wirr im Kopf. Er versuchte sich konzentrieren, murmelte: „Ihr hattet drei Dates-“
„Zweieinhalb.“
Rezo stieß ein trockenes Lachen aus, welches zur Hälfte in seinem Hals stecken blieb. Das alles war zu viel, zu viel, trotzdem wollte er nicht stoppen, wollte nicht, dass Ju aufhörte. Jede seiner Berührungen machte ihn betrunken, so betrunken.
„Trotzdem, Ju- Das ist nicht-“
Julien schnaubte. „Sie wird‘s überleben.“ Er hob den Kopf und sah Rezo an. Für einen Moment stillten seine Finger. „Und ich bin doch ein Bad Boy und Bad Boys machen sowas, oder nicht?“
Rezo konnte spüren, wie er rot wurde. Seine Wangen brannten vor Scham und von noch etwas anderem und er wandte den Blick ab, weil er Juliens verschmitztes Lächeln nicht sehen konnte. „Du bist so ein Arsch…“
„Bin ich ein AILF?“
Andere mochten es nicht verstehen, aber Rezo wusste genau was er meinte. ‚Arsch I‘d Like to Fuck‘.
Er verdrehte die Augen, konnte aber nicht verhindern, dass sein Herz vor Zuneigung für diesen Mann aufblühte. „Und ein Idiot! Das klingt absolut dämlich!“
Julien lehnte sich zu seinem Ohr. „Aber dein Schwanz mag mich.“
Was ein idiotischer Arsch!
Sein Atem stockte und mal wieder war sein Mund schneller als sein Kopf. „Nicht nur mein Schwanz…“, murmelte er. Seine Finger lösten sich von Juliens Shirt und unsicher platzierte er sie auf dessen Brust mit der Intention ihn von sich zu schieben.
Denn so ging das nicht.
„Ju, ich weiß nicht-“, wisperte er, noch immer ohne ihn anzusehen, „Kann sein, dass ich…Gefühle für dich hab…“ Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals. Jetzt war es raus. „Aber ich bin keine-“
Julien unterbrach ihn.
„Du musst keine Frau sein. Ich mag dich so wie du bist.“
Rezo hob den Blick und begegnete diesen wunderschönen, braunen Augen, die ihn sanft und auch irgendwie ein bisschen hoffnungsvoll ansahen und er fühlte sich auf einmal nicht mehr in der Lage irgendetwas anderes zu tun als in diese Augen zu starren. Sein Herz raste, alles war irgendwie so warm und flauschig und verschwommen.
„…Bett oder Sofa?“ Es war ihm absolut egal, dass seine Stimme rau klang. Alles, was er gerade wollte, war von Julien Bam absolut dominiert und auseinandergenommen zu werden, wo auch immer dieses Bedürfnis hergekommen war.
Ju grinste verführerisch. „Wieso nicht hier?“
So sehr er die Idee, weiter von seinem Freund gegen die harte Wand gepresst zu werden auch mochte, hatte er absolut keine Lust es im Stehen zu treiben. Seine Beine fühlten sich jetzt schon wie Wackelpudding an.
„Ich sag doch. Idiot“, erwiderte er liebevoll und schlang seine Arme um Juliens Nacken. Dieser blinzelte.
„Gott, ich will dich so sehr.“
Und natürlich gingen diese Worte direkt zu seinem Dick.
Aber er ließ sich nichts anmerken und fragte neckisch: „Seit wann hast du nen Erniedrigungskink?“ Julien drückte sein Bein zwischen Rezos und traf perfekt die Spitze seiner Länge, was ihn nach Luft schnappen ließ. „Das bist nur du.“
„Fick dich“, grummelte Rezo tonlos.
„Würd lieber dich ficken.“
Er konnte es nicht oft genug wiederholen: ein idiotischer Arsch. Aber anscheinend stand er jetzt wohl auf idiotische Ärsche.
„Bett, jetzt!“, fauchte er Ju entgegen und ließ seine Arme von dessen Nacken gleiten, doch bevor er sie entfernen konnte, packte Ju sie. „Und was willst du, was ich da mache?“
Wenn Ju ihn so gerne ärgern wollte, konnte er gerne was von seiner eigenen Medizin kosten. Also blickte Rezo ihm tief in die Augen und ohne mit der Wimper zu zucken meinte er: „Deinen Schwanz so tief in meinen Arsch schieben wie es geht.“
Und sein Plan funktionierte. Julien starrte ihn völlig entgeistert an und schien damit offensichtlich nicht gerechnet zu haben.
Rezo schmunzelte, lehnte sich vor und vereinte ihre Lippen zu einem liebevollen Kuss. Er schloss die Augen und genoss das Gefühl, wie sie sich gegeneinander bewegten, genoss, wie Juliens Lippen schmeckten und sich anfühlten, so weich und sanft wie eine Wolke. Und er verlor sich beinahe in diesem Moment aus Zärtlichkeit, aber dann löste er sich, griff Juliens Handgelenk und zog ihn mit sich in Richtung Schlafzimmer. Dieser folgte ihm ohne zu zögern.
Der Tee unterdessen war voll und ganz vergessen.
