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Unter Asgards Asche

Chapter 7: Chapter 7 // Magic in the Shadows

Chapter Text

Die Sonne stand hoch am Himmel, als Loki die ersten Häuser der Stadt erblickte. Eine Ansammlung aus Holz und Stein, rauchende Schornsteine, Gassen, die sich wie verschlungene Flüsse durch die Stadt zogen. Menschen eilten geschäftig durch die Straßen, Händler riefen laut ihre Waren aus, Kinder rannten lachend zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch.

Loki blieb am Rand der Stadt stehen, beobachtete. Die Energie war anders als im Dorf. Lauter, schneller, ungeduldiger. Menschen hier lebten nicht im Einklang mit der Natur. Ihre Magie war schwach, oft nur in Form von Handwerk, Traditionen oder Ritualen spürbar.

Er zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. Niemand sollte sofort erkennen, wer er war. Zu viele Augen, zu viel Unruhe. Loki bewegte sich vorsichtig, prüfte die Straßen, die Häuser, die Menschen.

Ein Kind stolperte auf den Kopfsteinpflastern direkt vor seinen Füßen. Loki hob es sanft auf, prüfte, ob es verletzt war. Es war nur ein Kratzer am Knie. Mit einem leisen Zauber heilte er ihn. Das Kind lachte, rannte zurück zu seiner Mutter.

Loki lächelte schwach. Die Wirkung war klein, fast unsichtbar, aber jedes Mal, wenn er heilte, wuchs sein Vertrauen in seine Fähigkeiten.

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Er ging tiefer in die Stadt hinein. Händler boten Obst, Gewürze und Kleidung an, Straßenkinder bettelten um Münzen, und überall spürte er die unterschwellige Spannung der Menschen untereinander – Misstrauen, Angst, Gier.

Ein älterer Mann stolperte, sein Korb mit Kräutern fiel zu Boden. Loki kniete sich sofort hin, hob die Kräuter auf, ordnete sie wieder und streckte dem Mann die Hand. „Vorsicht", sagte er leise. „Nichts passiert."

Der Mann starrte ihn misstrauisch an. „Wer bist du?"

„Jemand, der helfen kann", antwortete Loki. Keine Details. Keine Geschichte. Nur das Angebot.

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In Asgard spürte Thor das erste Echo von Lokis Präsenz außerhalb der Wildnis. Er war noch weit weg, doch etwas in der Luft, eine Magie, die stärker war als jedes Flüstern des Waldes, erreichte ihn.

„Da ist er..." Thor murmelte, die Hand um den Griff seines Hammers gekrallt. „Ich weiß, dass er lebt."

Sein Herz zog sich zusammen. Jeder Schritt, den er unternahm, jede Gefahr, die er überwand, brachte ihn Loki näher. Bald würde er ihn finden. Bald.

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Zurück in der Stadt beobachtete Loki eine Gruppe junger Männer, die einem Händler sein Geld wegnehmen wollten. Ohne sofort einzugreifen, spürte er die Flut der Emotionen, die Aggression, das Risiko. Langsam formte er Runen auf dem Boden, kaum sichtbar, nur für die Situation wirksam – Barrieren, die Kraft bündelten, ohne dass sie die Männer direkt berührte.

Als sie versuchten, das Geld zu greifen, stolperten sie über die unsichtbaren Hindernisse. Verwirrt und frustriert zogen sie sich zurück.

Loki ließ die Runen wieder verblassen. Keine Gewalt. Nur Schutz. Nur Kontrolle.

Er wusste: In der Stadt würde er viel lernen müssen – über Menschen, Macht, Konflikte und über sich selbst.

Die Welt war größer, härter, komplizierter. Aber Loki war bereit.

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Die Sonne senkte sich langsam über der Stadt, als Loki durch die verwinkelten Gassen wanderte. Menschen drängten sich, redeten laut, lachten, stritten. Jeder Schritt musste bedacht sein – zu auffällig, und man würde ihn beobachten; zu vorsichtig, und man würde seine Unsicherheit erkennen.

In einer kleinen Ecke des Marktplatzes fiel ihm eine junge Frau auf. Sie trug einfache Kleidung, aber ihre Augen waren scharf und aufmerksam. Sie beobachtete ihn, ohne zu blinzeln, als könnte sie etwas in ihm spüren, das er selbst noch nicht ganz verstand.

„Du bist neu hier, nicht wahr?" sagte sie schließlich, ihre Stimme ruhig, aber bestimmt.

Loki drehte sich zu ihr, die Kapuze noch tief ins Gesicht gezogen. „Man könnte es so sagen."

Sie lächelte kaum merklich. „Ich bin Freya. Und du... bist kein gewöhnlicher Fremder."

Loki zog eine Augenbraue hoch. „Was macht dich so sicher?"

„Die Magie", antwortete sie schlicht. „Ich spüre sie, auch wenn du sie versteckst."

Ein kurzer Moment der Stille. Loki spürte ihre Aufmerksamkeit wie eine leichte Berührung auf seiner Magie, nicht bedrohlich, nur prüfend. Etwas in ihr war... anders. Kein Misstrauen. Kein sofortiges Urteil. Nur Neugier.

„Ich... helfe, wenn ich kann", sagte Loki schließlich. „Mehr sage ich nicht."

Freya nickte, als wäre das ausreichend. „Dann werde ich es beobachten. Vielleicht können wir einander helfen."

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Währenddessen bemerkte Loki eine andere Gruppe – Händler, die ihre Waren auf dem Markt anboten. Einer von ihnen schien Probleme zu haben; ein kleiner Junge war in Schwierigkeiten geraten, ein Bündel Felle drohte herunterzufallen. Loki zögerte keine Sekunde, griff ein und stabilisierte das Bündel, ohne dass der Junge es bemerkte.

Die Händler murmelten etwas, überrascht über die schnelle Hilfe. Loki verschwand wieder in den Schatten der Gassen, beobachtete, analysierte. Vertrauen musste man sich verdienen.

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In Asgard spürte Thor ein schwaches, aber klares Echo von Loki. Die Magie des Bruders war nun stärker, sicherer, kontrollierter. Thor spürte Stolz, aber auch Angst. „Er wächst... stärker als ich erwartet habe", murmelte er. „Und ich... ich muss ihn finden, bevor etwas ihm schadet."

Frigg beobachtete Thor aus der Ferne. „Sei vorsichtig. Er ist stärker geworden, aber auch vorsichtiger. Dein Bruder ist kein Kind mehr."

Thor nickte. „Ich weiß. Aber er ist mein Bruder. Ich werde ihn finden."

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Loki setzte sich auf einen Stein am Rand des Marktes. Der Wolf war wieder an seiner Seite. Er spürte die Strömungen der Stadt, die kleinen Konflikte, die unbewusste Magie der Menschen. Jede Begegnung, jeder Blick, jede Handlung war ein Test – für die Menschen, für ihn selbst, für die Fähigkeiten, die er in den letzten Jahren perfektioniert hatte.

Freya stand in einiger Entfernung und beobachtete ihn weiter. Sie wusste, dass dieser Fremde mehr war als er zu zeigen wagte. Etwas Altes, Mächtiges, Gefährliches – und doch etwas, das nur er selbst vollständig verstand.

Loki lächelte schwach in sich hinein. „Gut", murmelte er. „Die Welt ist groß. Ich bin bereit."

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Die Nacht hatte die Stadt in einen dunklen Schleier gehüllt. Die Gassen waren leerer geworden, nur vereinzelte Laternen warfen schwaches Licht auf den Kopfsteinpflasterboden. Loki bewegte sich vorsichtig durch die Straßen, den Wolf dicht an seiner Seite.

Plötzlich hörte er ein lautes Krachen aus einer Seitenstraße. Zwei Männer hatten einen Händler bedrängt, der sich nicht wehren konnte. Sie lachten höhnisch, während der Händler verzweifelt versuchte, sein Geld und seine Waren zu schützen.

Loki blieb im Schatten stehen, beobachtete. Sein Herz schlug ruhig, aber die Energie in ihm prickelte. Runen unter seiner Haut begannen schwach zu glühen – Schutz, Kontrolle, Stabilisierung. Keine Gewalt, nur Macht, die zur Abschreckung eingesetzt wurde.

Er trat aus dem Schatten. „Lasst ihn los." Seine Stimme war ruhig, klar, und doch trug sie eine unbestreitbare Autorität.

Die Männer drehten sich zu ihm um, die Augen voller Überraschung und Verachtung. „Und wer bist du? Ein weiterer Narr, der glaubt, uns aufzuhalten?"

Loki hob die Hände leicht, formte eine Barriere zwischen sich und den Männern. Ein leises Prickeln lag in der Luft, unsichtbar für alle außer denen, die es spüren konnten. Die Männer stolperten, als ob eine unsichtbare Kraft sie zurückhielt.

„Geh", sagte Loki erneut. „Oder du wirst mehr als nur Stolpern spüren."

Das Lachen erstarb. Die Männer spürten die Magie, die Kontrolle, die in jedem seiner Worte lag. Zögernd wichen sie zurück, warfen noch einen letzten misstrauischen Blick auf ihn und verschwanden in der Dunkelheit.

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Der Händler atmete tief durch, seine Augen weit vor Angst und Erleichterung. „Wer... wer bist du?"

Loki lächelte schwach. „Jemand, der heilt. Und beschützt."

Der Wolf setzte sich neben ihn, die Ohren gespitzt. Loki streichelte ihn kurz. „Gut gemacht, alte Seele. Nicht verletzt, nur gelehrt."

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In Asgard spürte Thor erneut Lokis Präsenz, stärker diesmal. Ein warmer Strom von Magie, ein Puls, der durch die Welten reichte.

„Er lernt, sich zu verteidigen", murmelte Thor, die Stirn gerunzelt. „Stärker als ich dachte. Aber ich werde ihn finden."

Jeder Schritt, den er unternahm, jede Gefahr, die er überwand, brachte ihn seinem Ziel näher. Loki war nicht mehr das verletzliche Kind, das er kannte. Er war lebendig, mächtig, vorsichtig – und bald würden ihre Wege sich wieder kreuzen.

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Zurück in der Stadt beobachtete Loki die Straßen noch einen Moment. Jede Begegnung, jede kleine Auseinandersetzung war eine Lektion – für ihn, für die Menschen, für die Magie.

Er spürte, dass er mehr konnte als nur heilen und schützen. Dass er in der Lage war, die Balance zu wahren, sogar unter Druck. Ein Gefühl von Kontrolle, Ruhe und Macht durchströmte ihn.

„Die Welt ist nicht sicher", flüsterte er in die Nacht. „Aber ich werde sie verstehen. Schritt für Schritt."

Der Wolf lag zu seinen Füßen, die Augen wachsam, die Ohren gespitzt. Und irgendwo, weit entfernt, spürte Thor das wachsende Echo dieser Kräfte – die ersten Schritte der beiden Brüder, die aufeinander zurasten, unaufhaltsam.

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Die Nacht in der Stadt war noch nicht vorüber, als Loki eine kleine Gasse betrat, die von Laternen nur schwach beleuchtet wurde. Der Wolf lief dicht neben ihm, die Ohren gespitzt. Etwas war anders. Nicht sichtbar, nicht hörbar – nur spürbar.

Eine Gruppe von Männern trat aus dem Schatten, ihre Augen funkelten hinter Masken. Anders als die Räuber vom Markt, diese hier waren geübt in der Magie. Sie bewegten sich nicht einfach, sie spürten die Strömung der Kräfte um Loki herum, prüften sie, testeten sie.

„Endlich", sagte einer von ihnen, die Stimme scharf, selbstsicher. „Wir haben gehört, dass jemand seine Kräfte hier zeigt."

Loki blieb stehen, seine Hände locker an den Seiten. „Ich zeige nur, was nötig ist. Wer ihr seid, interessiert mich nicht."

„Oh, wir sind sehr interessiert", erwiderte ein anderer, während er eine kleine Rune in der Luft zeichnete. Die Luft prickelte, und Loki spürte die Herausforderung. Nicht Angriff, nur Test. Kontrolle gegen Kontrolle.

Runen flammten auf seiner Haut auf, leuchteten schwach grün, eine Barriere aus Traum- und Schutzmagie spannte sich um ihn, unsichtbar für die Gegner, aber spürbar in jedem ihrer Bewegungen.

„Ich will keinen Kampf", sagte Loki ruhig. „Aber ich kann mich verteidigen."

Die Männer zögerten. Sie spürten die Macht, die Konzentration, das ruhige Vertrauen, das Loki ausstrahlte. Ein kleiner Fehler, eine Unachtsamkeit, und sie würden überwältigt werden – nicht nur von Kraft, sondern von präziser Kontrolle.

Schließlich nickte der Anführer, eine Mischung aus Respekt und Vorsicht in den Augen. „Du bist stärker, als wir erwartet haben. Zeige uns, dass du das Gleichgewicht hältst."

Loki atmete tief durch, ließ die Magie langsam abfließen. Keine Verletzung, kein Schaden. Nur eine Demonstration von Macht, die nicht zerstört, sondern kontrolliert. Die Männer zogen sich zurück, murmelten etwas unverständliches, aber ihre Haltung hatte sich verändert.

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Später, als Loki in einer ruhigen Ecke saß und die Barrieren überprüfte, spürte er ein weiteres Mal die Präsenz der Stadt – die unsichtbare Kraft, die hinter den Menschen lag. Jede Handlung, jede Bewegung war eine Prüfung, und er musste lernen, sie zu lesen, zu verstehen, zu kontrollieren.

Der Wolf lag zu seinen Füßen, die Augen wachsam. Loki streichelte seinen Kopf. „Gut gemacht", flüsterte er. „Keine Gewalt nötig, nur Kontrolle."

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In Asgard spürte Thor erneut Lokis Präsenz, stärker, konzentrierter, klarer. Ein warmes, beruhigendes Gefühl durchströmte ihn, aber gleichzeitig wusste er, dass Loki inzwischen in einer Welt war, die ihn testen würde.

„Er ist bereit", murmelte Thor. „Und ich muss vorsichtig sein... aber ich werde ihn finden."

Jeder Schritt, den er in Richtung der neun Welten unternahm, jeder Verstoß gegen Odins Regeln, brachte ihn dem Bruder näher. Die Verbindung war stärker als jede Distanz, jede Macht, jeder Versuch, sie zu unterbrechen.

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Loki beobachtete den Mond, wie er über die Dächer der Stadt stieg. Jede Begegnung, jede Prüfung machte ihn stärker – nicht nur körperlich oder magisch, sondern auch innerlich. Die Welt war größer, härter und komplizierter als das Dorf, aber er war bereit.

„Die Prüfungen hören nie auf", flüsterte er. „Aber ich bin bereit, sie zu bestehen."

Und irgendwo, über Berge und Wälder hinweg, spürte Thor das wachsende Echo – ein unsichtbares Band, das sie langsam, unausweichlich wieder zusammenführte.

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Die Stadt wachte in einem leisen Chaos auf. Händler riefen ihre Waren aus, Kinder rannten zwischen den Beinen der Erwachsenen hindurch, und die Magie in der Luft war wie ein dünnes, unsichtbares Netz, das sich durch jede Straße spannte.

Loki bewegte sich vorsichtig, den Wolf dicht an seiner Seite. Er hatte die Nacht genutzt, um seine Barrieren zu prüfen, seine Runen neu zu ordnen. Jede Straße, jede Ecke war analysiert, jede Energie gemessen.

Ein Aufschrei riss die Stille auf. Eine Gruppe von Wachen hatte einen Mann gestellt, der anscheinend versucht hatte, ein wertvolles Artefakt aus dem Tempel der Stadt zu entwenden. Doch die Situation war außer Kontrolle geraten – die Wachen waren überfordert, die Menge neugierig, und Chaos drohte.

Loki trat aus dem Schatten. „Lasst uns das ruhig lösen." Seine Stimme war klar, selbstbewusst. Eine kleine Rune glühte unter seiner Haut – Schutz, Stabilisierung, Kontrolle.

Die Wachen sahen ihn misstrauisch an. „Und wer bist du, dass du dich einmischst?"

„Jemand, der verhindern will, dass Unschuldige verletzt werden", antwortete Loki.

Er hob die Hände leicht, formte eine unsichtbare Barriere, die die Menschen trennte, die Situation beruhigte, den Mann und die Wachen sicher hielt. Kein Angriff, kein Schaden – nur Kontrolle.

Der Mann, der das Artefakt gestohlen hatte, wurde von der Magie sanft zurückgedrückt, ohne dass er verletzt wurde, nur eingeschränkt genug, dass die Wachen ihn sicher fassen konnten.

Die Menge verstummte. Staunen und Misstrauen mischten sich in den Blicken. Loki senkte die Hände. „Balance ist wichtiger als Kraft", sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu den anderen.

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In einem abgelegenen Teil der Stadt beobachtete Freya die Szene. Sie trat näher. „Du machst dich nicht einmal sichtbar, und doch kontrollierst du alles. Wer bist du wirklich?"

Loki sah sie kurz an. „Nur jemand, der lernt."

Freya nickte, als würde sie verstehen. „Und jemand, der sich nicht einschüchtern lässt. Gut. Ich mag das."

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In Asgard spürte Thor erneut die Energie seines Bruders. Stärker, klarer, kontrollierter. Thor ballte die Faust um den Griff seines Hammers. „Er wird kämpfen... nicht aus Wut, sondern aus Notwendigkeit. Er hat gelernt, sich selbst zu schützen."

Heimdall beobachtete aus der Ferne. „Und du musst vorsichtig sein. Er ist kein Kind mehr."

Thor nickte. „Ich weiß. Aber er ist mein Bruder. Und ich werde ihn finden."

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Loki ließ den Blick noch einmal über die Straßen der Stadt schweifen. Jede Begegnung, jede Prüfung hatte ihn stärker gemacht. Jede Situation zeigte ihm, wie weit er seine Macht kontrollieren konnte, ohne dass jemand verletzt wurde, und wie er gleichzeitig andere schützen konnte.

„Die Welt wird härter", flüsterte er, während er in den Schatten der Gassen verschwand. „Aber ich bin bereit."

Und irgendwo, weit entfernt, spürte Thor das wachsende Echo – das Band, das die Brüder langsam, unausweichlich wieder zusammenführte.

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Die Stadt lag in den frühen Morgenstunden stiller da. Nur das leise Rauschen eines nahen Brunnens und das gelegentliche Klappern von Hufen unterbrachen die Ruhe. Loki saß in einer kleinen Seitengasse, den Wolf zu seinen Füßen, die Hände über frische Runen schweifend, die er für Schutz und Wahrnehmung vorbereitet hatte.

Er spürte die Energie der Stadt, die Bewegungen der Menschen, die Magie, die subtil in allem wirkte. Jede Kleinigkeit konnte eine Gefahr oder Chance sein, und er musste lernen, sie zu lesen.

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Freya trat neben ihn, die Augen ernst. „Die Leute hier sind vorsichtig, aber du hast ihnen gezeigt, dass du anders bist. Manche werden dir folgen, andere dich beobachten. Aber es gibt Verbündete."

Loki nickte. „Ich will keine Aufmerksamkeit. Nur die Möglichkeit zu helfen... und mich selbst zu schützen."

„Das wirst du brauchen", sagte Freya. „Die Stadt ist nicht nur Markt und Handel. Es gibt Mächte hier, die wir nicht sehen, die sich hinter Straßen und Häusern bewegen."

Der Wolf knurrte leise. Loki streichelte seinen Kopf. „Ich spüre es auch. Aber ich bin bereit."

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In Asgard bereitete Thor sich vor. Alte Karten, vergessene Pfade, verborgene Tunnel – er studierte alles. Das Echo von Lokis Magie führte ihn unweigerlich in diese Richtung.

„Er ist hier draußen", murmelte Thor, die Stirn gerunzelt. „Stärker geworden. Vorsichtiger. Aber lebendig."

Heimdall stand still, die Augen wie Spiegel des Himmels. „Du musst weitergehen. Jede Minute zählt. Er wird lernen, aber auch du darfst keine Fehler machen."

Thor nickte. „Ich werde ihn finden. Egal, was es kostet."

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Zurück in der Stadt erkannte Loki die Spuren einer geheimen Magie – kleine Runen, die auf dunkle Absichten hindeuteten. Es waren keine einfachen Diebe oder Räuber. Jemand beobachtete, testete, plante.

Er sah sich um, erkannte die Gefahr, aber auch die Möglichkeit. „Ich kann nicht alles selbst tun", murmelte er. „Aber mit Verbündeten..."

Er wusste, dass dies der nächste Schritt war: Menschen zu gewinnen, denen er vertrauen konnte. Nicht sofort, nicht leichtfertig – aber mit Bedacht.

Freya trat wieder vor. „Ich bleibe bei dir. Wir können zusammen die Magie hier verstehen und kontrollieren. Die Stadt ist groß, gefährlich, und du bist nicht unbesiegbar."

Loki nickte. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. „Dann lassen wir uns testen. Schritt für Schritt. Rune für Rune."

Die Stadt öffnete sich vor ihm, voller Möglichkeiten, Gefahren und Begegnungen, die ihn formen würden.

Und weit entfernt, in Asgard, spürte Thor das wachsende Band – die Spur seines Bruders, die ihn unweigerlich näher führte. Bald würde er Loki wiedersehen. Bald.

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"Fortsetzung folgt"