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Jugendliche Verbrechergenies

Summary:

Die Phantom Lady hat noch eine Rechnung offen stehen, mit niemand anderem als Artemis Fowl Senior. Und sie bittet ihren Sohn Kaito (mal wieder) darum, diese zu begleichen. Kaito macht sich also auf den Weg nach Irland, trifft dort allerdings nur Artemis Fowl Junior an, der ihn sofort in seine eigenen Pläne verwickelt. Doch dann treten auch noch Opal Koboi und Pandora auf den Spielplan...

Notes:

Ursprünglich gepostet auf fanfiktion.de.
Gepostet und backdated auf Ao3 2026. Alle Author’s Notes sind – abgesehen von kleinen ff.de-spezifischen Änderungen im Nachwort – aus dem Original übernommen.
(Ich hab das vor zehn Jahren geschrieben!!! Hallo??? Na gut, man merkt, dass ich 13 dabei war. Kommentare lese ich trotzdem noch gerne :3)
Viel Spaß(?)!

Dieses Crossover spielt zwischen dem dritten und vierten Band von Artemis Fowl. Artemis hat seine Erinnerungen an das Erdvolk zurück.

Chapter 1: Die Angelegenheiten der Phantom Lady

Chapter Text

„Muss das wirklich sein?“, seufzte Kaito.

„Ach, komm schon. Ich bezahle dir auch den Flug nach Irland“, erwiderte Chikage.

Es war ein warmer Tag am Anfang der Sommerferien. Kaito hatte gerade darüber nachgedacht, was er mit der freien Zeit anstellen sollte, als seine Mutter anrief.

„Warum muss eigentlich immer ich deine alten Angelegenheiten aufklären? Das war doch auch schon bei Ryoumas Schätzen so.“

„Du kriegst das schon hin. Übermorgen fliegst du los. Bis bald!“ Sie legte auf.

„Hey!“, rief Kaito, „Du kannst doch nicht einfach...“

Das war eindeutig der Stil seiner Mutter: Auflegen, bevor der Gesprächspartner seine Meinung vorbringen konnte. So bekam sie immer, was sie wollte. Immer.

Ein paar Minuten später begann Kaito dann aber doch, seine Sachen zu packen. Er konnte sich bessere Beschäftigungen für die Sommerferien denken, als die Angelegenheiten der Phantom Lady geradezubiegen. Sie war einmal hinter einem besonders großen Saphir her gewesen, aber dann war ihr ein gewisser Artemis Fowl zuvor gekommen. Eine riesige Kränkung ihres Verbrecherstolzes. Einige Jahre später fiel ihr das dann plötzlich wieder ein. Und natürlich hatte sie keine Zeit, sich das Juwel selbst zu holen.


Zwei Tage später stand Kaito in Dublin am Flughafen. Es war eiskalt. Er fuhr mit einem Taxi, in dem die Klimaanlage ausgefallen war, einige Kilometer nach Norden. Kurz vor dem Anwesen der Fowls stieg er aus, bezahlte den Taxifahrer und stellte fest, dass es im Auto doch tatsächlich etwas wärmer gewesen war als draußen. Er bereitete sich auf ein paar Stunden Frieren vor. In der Nacht wollte er zuschlagen.

Als es soweit war, schlich Kaito sich im weißen Anzug vorsichtig auf das Grundstück der Fowls. Bis hierhin war es relativ einfach gewesen, obwohl seine Mutter ihm von den Fowls als Genies des Verbrechens berichtet hatte. Aus eben diesem Grund hatte er nicht einmal eine Ankündigung geschickt.

Nur schnell die Familienehre wiederherstellen, prüfen, ob der Stein Pandora ist, ihn dann an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückschicken und die ganze Geschichte vergessen.

Kaito benutzte einen Wachturm, der so alt war, dass er Angst hatte, er könnte unter seinen Füßen zerbröseln, um mit seinem Gleiter auf das große Haus zuzufliegen und auf dem Dach zu landen. Er setzte mehrere Kameras und eine kaum sichtbare Alarmanlage außer Gefecht (alle waren so genial gemacht, dass er einige Zeit dafür brauchte und es ihm später fast leidtat, sie zerstört zu haben) und ließ sich auf ein Fensterbrett hinunter. Das prompt unter seinem Gewicht wegklappte. Kaito war sich nicht sicher, ob das Absicht oder einfach nur sehr altes Baumaterial war, aber was er wusste war, dass so ein Sturz unter Umständen tödlich enden konnte. Er schaffte es gerade noch, sich mit seinem Gleiter abzufangen.

KID ist unsterblich. Das bewahrheitet sich hier mal wieder.

Beim zweiten Anlauf war er vorsichtiger. Er sicherte sich am Dach und ließ sich zum zweiten Mal heruntergleiten. Vorsichtig öffnete er das Fenster, ohne einen Alarm auszulösen.

Er stieg in das ruhige Haus ein und sah sich um. Mit etwas Glück schliefen alle Bewohner. Die Sicherheitsvorrichtungen hatten ihn doch etwas unsicher werden lassen. So war Kaito zwar ziemlich angespannt, als er sich in dem stillen Haus auf die Suche begab, aber es war bei weitem nicht so spektakulär wie sonst. Fast ein bisschen langweilig. Zumindest bis eine gefährlich klingende Stimme sagte: „Es ist am besten für dich, wenn du jetzt ganz still hältst und dich nicht wehrst.“

Kaito zuckte zusammen und widerstand der Versuchung, sich umzudrehen, um die Stimme nicht zu verärgern.

Wer ist das?

Er tat lieber was die Stimme sagte. Er spürte, wie Handschellen um seine Handgelenke geschlossen wurden. Danach durchsuchte sein Angreifer seine sämtlichen Taschen. Selbst die, die eigentlich nicht zu sehen sein sollten, fand er problemlos. Kaito verlor sein gesamtes Werkzeug und die Untensilien für Zaubertricks an den riesigen Mann mit dem kahl geschorenen Kopf.

Was geht hier gerade eigentlich vor? Wer ist er? Ist das Artemis Fowl? Eigentlich hatte ich ihn mir anders vorgestellt...

Wer auch immer er war, der Mann war ein Profi. Er sperrte Kaito in eine kleine, leer stehende Kammer und verschwand. Das bedeutete vermutlich nichts Gutes für ihn.

Irgendwann am Anfang des Telefonats hatte seine Mutter etwas von einer „kleinen Aufgabe“ gesagt.


Butler ging zu Artemis’ Arbeitszimmer. Der Einbrecher mit dem Monokel war ungewöhnlich. Die meisten hätten es nicht einmal durch das Fenster geschafft. Er nahm sich vor demnächst die Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Vorhin hatte er das Werkzeug und die Pistole des Einbrechers näher untersucht. Selbst das war ungewöhnlich gewesen. Seine Ausrüstung sah aus wie die Trickkiste eines Illusionisten, und in der merkwürdig aussehenden Pistole waren keine richtige Munition, sondern Spielkarten enthalten gewesen. Was war das für ein Einbrecher?

Butler stand vor der richtigen Tür. Er klopfte an und betrat das Zimmer. „Master Artemis, wir haben einen Einbrecher. Er ist sogar bis durch das Fenster gekommen, danach habe ich ihn erwischt.“

Artemis hob eine Augenbraue. „Bis durch das Fenster? Das ist durchaus bemerkenswert.“

„Es gibt noch mehr Bemerkenswertes. Er hatte eine Waffe, die Spielkarten schießt, und seine sonstigen Werkzeuge sahen mehr wie das Material eines Zauberers als das eines Diebes aus.“

Artemis gönnte sich ein paar Sekunden Bedenkzeit.

„Interessant.“

Er lächelte das Lächeln eines Vampirs.

„Ich denke ich werde ihn auf eine Zusammenarbeit ansprechen. Mulch könnte vielleicht auch Interesse haben.“